Steile Idee für die jungen Leute in Burbach

Platten mit Griffen zum Festhalten und kleinen Stufen für den sicheren Stand verwandeln ein zehn Meter hohes Stahlgerippe in einen Kletterturm. Nicht ganz so einfach wie die Konstruktion wird die Suche nach einem Standort und den Geldgebern.

Ein zehn Meter hoher Kletterturm wäre doch eine spannende Sache für die jungen Leute in Burbach. Das meinen Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt , die im Kinder- und Elternbildungszentrum (Kiez) tätig sind. Sie erläuterten entsprechende Pläne dem Bezirksrat West, der im Klarenthaler Rathaus tagte. Bei dem Turm handelt es sich um ein mit Platten verkleidetes Stahlgerüst. An den Platten sind die Plastikteile befestigt, die den Kletterern als Haltegriffe und Tritte dienen. Rings um den Turm soll Kies liegen.

Eine Umfrage unter 22 Burbacher Einrichtungen wie Jugendzentrum, Kinderheim, Schulen und Ausbildungsstätten habe ergeben, dass durchaus Bedarf bestehe. 14 Einrichtungen hätten sich positiv geäußert, nur eine negativ. Mit Zaun, Fundament und Kies als Schutz soll das Ganze rund 66 000 Euro kosten. Im vollen Umfang darf der Turm benutzt werden, wenn Fachkräfte dort sind.

Auf eigene Gefahr soll es möglich sein, sich die unteren drei Meter der Kletterfläche hochzuhangeln. So viel zu den Fakten. Alles andere ist noch offen.

Zum Beispiel, wer das Teil bezahlen soll. Die Stadt wohl kaum. Das zeigte sich schon in der eifrigen Diskussion. Sponsoren sind als Finanziers wahrscheinlicher. Weiter wäre zu klären, welches Fördergeld aus öffentlichen Kassen zu beantragen ist. Und wo soll der Turm überhaupt stehen? An diesem Punkt war das Wunschkonzert der Bezirksverordneten eröffnet. Sie nannten den Spielplatz oberhalb des Burbacher Marktes und die Saarwiese. Weiter im Rennen sind das Rastbachtal, das Kirchenareal St. Eligius und die Füllengartenschule.

Schließlich wurde noch die Sandstein-Felswand am Burbacher Markt ein Thema, die sich ja zur Kletterwand umgestalten ließe. Erlebnispädagogisch sind der Kletterturm oder eine Wand sicher toll für die jungen Leute. Die Frage nach der Haftung bei Unfällen treibt den meisten Kommunalpolitikern jedoch den Angstschweiß auf die Stirn. Reicht ein drei Meter hoher Zaun, um ein unbefugtes und vor allem unsachgemäßes Benutzen zu verhindern?

Bezirksbürgermeister Claus Theres hat da mit Blick auf ein anderes Freizeitangebot für junge Leute so seine Zweifel: "Am Klarenthaler Sportplatz halten die Zäune niemanden ab." Und die seien auch drei Meter hoch. Unter Jugendlichen sei es schon ein Sport für sich, die Zäune zu überwinden.

Christdemokrat Ulrich Schacht weiß aus eigener Jugend, dass junge Leute sich immer eine solche Herausforderung suchen. Das Thema Haftung wolle er nicht überstrapazieren: "Das ist in etwa so wie bei einem Kinderspielplatz. Bei unsachgemäßer Benutzung kann immer etwas passieren." Deshalb sagt er: "So etwas müssten wir in allen vier West-Stadtteilen haben."