| 21:04 Uhr

Stadtteil-Tour
Kritik an Britz schon vor dem Rundgang

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (Zweite von rechts) und Amtsleiterin Carmen Dams (Vierte von rechts) diskutieren mit Bürgern während des Stadtteilbesuchs in Burbach.
Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (Zweite von rechts) und Amtsleiterin Carmen Dams (Vierte von rechts) diskutieren mit Bürgern während des Stadtteilbesuchs in Burbach. FOTO: BeckerBredel
Burbach. Beim Besuch der Oberbürgermeisterin in Burbach ging es unter anderem um bezahlbares Wohnen und Investitionen in Spielplätze. Von Andreas Lang

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) hat ihre Tour durch die Stadtteile gestern in Burbach beendet. Bissige Kommentare gab es bereits, ehe sie ihren Rundgang am Bürgerhaus begann. Hatte doch der Zentrale Kommunale Entsorgungsbetrieb (ZKE) tags zuvor noch medienwirksam Sauberkeitskontrollen in Burbach angekündigt und durchgezogen.


Was der Burbacher Michael Momber in sozialen Netzwerken so kommentierte: „Ich lach mich schief: Der ZKE macht am 8.10. Kontrollen zur Sauberkeit in Burbach, denn am 9.10. macht Frau Britz in Burbach ihren Stadtteilrundgang. Man stelle sich bloß mal vor, die gute Frau würde sehen, wie es in Burbach aussieht, wenn sie nicht da ist.“

Britz konterte mit Humor, denn Momber war beim Rundgang auch vor Ort. Britz: „Alles ist aber nicht weggeräumt.“ Ausgangspunkt des Besuchs war der im hinteren Teil des Bürgerhaus-Areals gelegene Spielplatz am Marktsteig. In der Nähe sind ein Container-Standplatz und eine Saarbahn-Haltestelle.



Hier könnte also der Müll ein Problem sein. Die Reklamationen der etwa 40 Beteiligten hielten sich aber im Rahmen. Lediglich über  Hundekot könne man meckern. „Das ist eine langwierige Sache, die aber erfolgreich sein kann, wenn man hartnäckig bleibt, wie sich im Deutsch-Französischen Garten gezeigt hat“, sagte Grünamtsleiterin Carmen Dams.

In den Kinderspielplatz investiert die Verwaltung schon bald, er wird für 90 000 Euro umgebaut. Ein Großspielgerät sei hier ebenso geplant wie ein barrierefreies Spielgerät und eine Korbschaukel als Klassiker. Der Bolzplatz soll erhalten bleiben. Dams: „Wir haben hier viele Kinder, da brauchen wir jeden Zentimeter, der zur Verfügung steht.“

Auch am Bahnhaltepunkt soll sich etwas tun, der Bezirksrat West um Bezirksbürgermeister Claus Theres (SPD) wünscht sich, dass beide Bahnsteige für Fußgänger direkt mit dem Burbacher Markt verbunden werden. Derzeit müssen Bahnfahrer den Umweg über die Pfaffenkopfstraße nehmen.

Theres brachte mehrere Möglichkeiten zur Sprache, wie der Haltepunkt umgestaltet werden könnte. Herr des Verfahrens sei aber die Bahn, und die entscheide sich vermutlich nur bei entsprechenden Fahrgastzahlen für einen Umbau.

Im weiteren Verlauf ihrer Route durch Burbach hatte sich Britz die unproblematischen Ecken des Stadtteils ausgesucht. Was aber auch damit begründet ist, dass sie viele andere Orte in Burbach im Vorjahr besucht hatte.

Der Innovationspark soll ein Vorzeigeprojekt in Sachen moderne und innovative Arbeitsplätze sein. Viele Einpendler sind dort erwerbstätig, kommen aber nur zum Arbeiten nach Burbach.

Der Füllengarten soll ein Vorzeigeprojekt für bezahlbares Wohnen werden. Im Füllengarten mit einer neuen Grundschule, mit der erst vor wenigen Jahren gebauten Kindertagesstätte und der „grünen Mitte“ der Wohnsiedlung sollen jetzt neue Häuser entstehen. Die Deutsche Reihenhausgesellschaft soll hier Wohnraum zu bezahlbaren Preisen anbieten (wir berichteten). Allerdings kritisieren einige der dort seit langem lebenden Anwohner das Vorhaben. Zum Abschluss machte Britz noch in der Gartenanlage des Kleingartenvereins Burbach Station. Das ist die größte saarländische Schrebergartenkolonie, in der die Gärtnergemeinschaft genauso floriert wie Gemüse, Obst und Blumen.