Burbach : Rosenmontagsumzug wird 50 Jahre alt

Burbacher Veranstalter fiebern dem Höhepunkt der saarländischen Straßenfastnacht entgegen.

Mit gut 1500 Personen auf der Umzugsstrecke, rund 30 Fahrzeugen und etwa 100 Zugnummern schlängelt sich am Rosenmontag der Jubiläums-Umzug der Burbacher Karnevalsgesellschaft „Mir sin do“ (MSD) die Bundesstraße 51 entlang. Der Umzug mit dem Titel „50 Johr wie eh und je – rollt der Umzug der MSD“ wird eine Veranstaltung der Rekorde. Wie aber kam der Saarbrücker Umzug in den Westen der Stadt, wo er zeitweise sogar Völklinger Boden berührte? „Den letzten Rosenmontagsumzug in ,der Stadt‘ gab es 1966“, sagt Jupp Weis. Der MSD-Präsident beruft sich auf Recherchen im Stadtarchiv. Und wie so viele ältere Saarbrücker meint Weis mit „der Stadt“ die Saarbrücker City.

Einige Zeit seien sie sich in Saarbrücken nicht einig gewesen, dann hätten sich Verwaltung und Karnevalisten an die Lösung gemacht. „Oberbürgermeister Schuster und Heinz Kölling vom damaligen Festkomitee“, nennt MSD-Ehrenpräsident Peter Lang als treibende Kräfte. Mit dem Ergebnis, dass der Umzug bei der MSD in Burbach landete. „1969 war also Premiere, und in der Anfangszeit soll er von der damaligen Hütte in die Ortsmitte geführt haben. Bereits 1971 rollte der Zug über die heute noch aktuelle Strecke – nur noch ein Stückchen weiter. Start war damals am Dammtor“, sagt MSD-Präsident Weis. Also genau auf der Stadtgrenze, so dass die Aufstellzone des Zuges noch im Völklinger Stadtteil Luisenthal gelegen habe.Allerhand Anekdoten gibt es inzwischen über den Burbacher Rosenmontagszug. Etwa die, dass der inzwischen verstorbene Karl-Hans Lessel als Zugmarschall diesen Höhepunkt der Saarbrücker Straßenfastnacht über Jahrzehnte ehrenamtlich organisiert hat.

Reiner Schmehr war der erste Zugmarschall, nach Lessel übernahm Rainer Tuschong. Nach einer Übergangszeit, in der das Duo Weis/Lang das Ganze managte, unterstützt Weis zuletzt den aktuellen Zugmarschall Thomas Wittmann. Der übrigens seine Zugliste noch nicht geschlossen hat: „Wer will, kann sich noch im Internet anmelden.“ Und auch darüber lacht man heute – auch wenn es damals ärgerlich war: „Vor etwa zwölf Jahren habe ich sämtliche Tiere im Umzug verboten“, sagt Lang.

In erster Linie habe er sich auf die Pferde bezogen, obwohl es mit den Vierbeinern keine Probleme gegeben hätten: „Problematisch waren einige Reiter, die besoffen waren.“ Untersagt hat er irgendwann auch Ausschank und Verkauf von Hochprozentigem entlang der Strecke.

Der Organisationsaufwand ist inzwischen riesengroß, wie es die Beteiligten in den Vorjahren schon mehrfach in der SZ geäußert haben. Und auch die Kosten sind davon galoppiert. Lang: „Plötzlich brauchten wir zwei Mediziner, ein Einsatzzentrum am Burbacher Markt, Sicherheitspersonal für zigtausend Euro und vieles mehr.“ Unter anderem seien 100 Rot-Kreuz-helfer, 200 Polizisten, 60 THW-Helfer, ein Notarzt, zwei Mediziner im Zelt, die Berufsfeuerwehr auf Wache und ein Heer von Ehrenamtlichen notwendig, um den Zug zu veranstalten. Stolz sind die Veranstalter außerdem darauf, dass der Zug in den zurückliegenden fünf Jahrzehnten fast immer stattgefunden hat. Bis auf zwei Absagen. Die eine Anfang der 1990er-Jahre wegen des Golfkrieges. Die andere 2016, als am Rosenmontag ein Sturm über Saarbrücken tobte.

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