| 21:18 Uhr

Auf Augenhöhe miteinander reden
Protestanten wollen sich verändern

Burbach. Evangelischer Kirchenkreis Saar-West diskutiert darüber, wie die Institution zukunftsfähig werden kann. red

Wie schaffen wir es, auf unsere Menschen zuzugehen und ihnen die Wichtigkeit des Glaubens zu vermitteln? Welche Prioritäten müssen wir in der heutigen Zeit neu setzen?


Auf der Frühjahrssynode des Evangelischen Kirchenkreises Saar-West im Burbacher Lutherhaus stellten sich die Synodalen der 26 Gemeinden in Workshops  den Herausforderungen, wie sich Kirche reformieren muss. Basis bildeten dabei die 22 Thesen, die auf der saarlandweiten Reformationssynode im Frühjahr 2017 erarbeitet worden  waren, sowie die Thesen, welche die evangelische Studierendengemeinde ausgewertet hat.

Superintendent Christian Weyer zeigte sich sehr zufrieden mit dem Tag: „Kirche muss sich verändern, wenn sie ihrem Auftrag gerecht werden will. Ich nehme konkrete Ansätze mit, die mich ermutigen, Themen anzugehen und Ideen gemeinsam weiterzuentwickeln.“



Viele Zugewanderte kämen mit einem starken Glauben. Sie forderten von Christen Informationen und Standpunkte ein. Ähnliches erarbeitete auch die Arbeitsgruppe „Religionen respektieren“. Das christliche Profil müsse gestärkt werden, dass jeder selbstbewusster in einem Dialog bestehen kann. Erst so sei eine Begegnung auf Augenhöhe möglich, sagte Pfarrer Thomas Bergholz.

Stellung zu beziehen und stärker politisch zu sein war auch in der Arbeitsgruppe „Lebt als Protestanten!“ zentrale Forderung. „Wir müssen öfter deutlich machen ‚Hier ist evangelische Kirche drin‘“, erklärte Miriam Lehberger. „Barmherzigkeit und Nächstenliebe verstehen wir als Grundprinzip der evangelischen Kirche“, betonte Pfarrerin Silke Portheine-Hofmann bei der Vorstellung der Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppe. Dieses Grundprinzip sei die Basis dafür, Diakonie und Gemeinden stärker zu vernetzen. Dabei sollten bereits vorhandene Strukturen stärker genutzt werden. Nicht immer müsse man Strukturen verändern. „Wir müssen den Mut aufbringen, Schwerpunkte zu setzen und uns eventuell auch von Traditionen trennen“, sieht Bergholz als Bedingung für eine erfolgreiche Wandlung der Kirche.

Auf der Herbstsynode plant der Kreissynodalvorstand, die Ergebnisse strukturiert vorzustellen und möglichst konkrete Maßnahmen zur Veränderung einzuleiten.

Der Evangelische Kirchenkreis Saar-West gehört zur Evangelischen Kirche im Rheinland. Er erstreckt sich von Rilchingen-Hanweiler im Osten entlang der Saar bis nach Perl im Westen und bis Lebach und Wadern im Norden des Saarlandes. Derzeit leben dort knapp 81 000 Protestanten in 26 Gemeinden.