Kein Geld mehr für die gemeinnützige Gabb

Die gemeinnützige Gesellschaft Gabb in Burbach ist nicht mehr zu retten. Nach Angaben des Insolvenzverwalters Martin Gitzinger aus Saarlouis wurde den verbleibenden Mitarbeitern bereits gekündigt.

Der Gebrauchtbaumarkt und die Arbeitslosenberatung in Burbach sind bereits Geschichte, die Nachmittagsbetreuung "school's out" musste die Gemeinnützige Gesellschaft für Arbeitslosenberatung und Beschäftigung Burbach mbH (Gabb) zum 1. Februar abgeben (wir berichteten). Und auch das Gebrauchtwarenhaus in Brebach und die AGH Grün (Arbeitsgelegenheit im Grünbereich), Projekte, in denen Langzeitarbeitslose beschäftigt werden, stehen auf der Kippe. Denn die Gabb wird es bald nicht mehr geben. Das Insolvenzverfahren wurde Anfang Januar eingeleitet, Fördermittel fließen seitdem keine mehr. "Derzeit werden die Mitarbeiter noch aus der Insolvenzmasse bezahlt", sagt Insolvenzverwalter Martin Gitzinger. Den verbleibenden rund 15 festen Mitarbeitern wurde gekündigt.

Dabei gab es auf der Mitarbeiterversammlung Anfang November noch Hoffnung. Die Nachmittagsbetreuung sollte als neues Standbein das Überleben der Gabb sichern. Doch daraus wurde nichts. Die Einnahmen hätten die Ausgaben der Gabb nicht decken können, erläutert Gitzinger. Zwar habe es Angebote gegeben, die anfallenden Kosten zu überbrücken, aber auch das hätte die Gesellschaft langfristig nicht retten können. Das Diakonische Werk an der Saar und die Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken wären bereit gewesen, eine so genannte Ausfallgarantie über jeweils 12 500 Euro zu unterzeichnen. Damit sollte das Defizit überbrückt werden, bis neue Projekte in Sicht sind. Die hätte es aber nicht gegeben. "Da muss man einfach wirtschaftlich denken", meint Gitzinger.

Die Gabb sei am Ende zu klein gewesen. "2014 gab es noch mehr Projekte. Da hat das Geld gereicht", erläutert der Saarlouiser Anwalt. Mit dem Aus der Bürgerarbeit Ende 2014 sei es auch für die Gabb schwieriger geworden. Bürgerarbeiter der Gabb haben damals unter anderem Senioren betreut.

Gitzinger ist froh, dass zumindest die Nachmittagsbetreuung an den elf Grundschulen, für die die Gabb bis Ende Januar zuständig war, jetzt in guten Händen ist. "Das mit den Kindern ist mir sehr an die Nieren gegangen", sagt Gitzinger, für den die Insolvenz der Gabb kein Verfahren wie jedes andere ist. "Hier geht es ausschließlich um Menschen", betont er. Deshalb gehe es ihm jetzt auch darum, die gekündigten Mitarbeiter zu retten.

"Wir gehen davon aus, dass die Leute woanders unterkommen", sagt er mit Zuversicht. Und er arbeite auch daran, eine Lösung für die Langzeitarbeitslosen zu finden, die in den beiden verbleibenden Projekten der Gabb beschäftigt sind.

Was jetzt genau mit dem Gebrauchtwarenhaus in Brebach passiert, wie viele Langzeitarbeitslose betroffen sind und wann genau die Gabb schließt, darüber konnte der Insolvenzverwalter bis zum Redaktionsschluss keine Auskunft geben.