Gebetsraum, Schule und Spielstätte

Im Rahmen des Aktionstags „Muslime im Dialog“ und den „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ hat Oberbürgermeisterin Charlotte Britz kürzlich die Islamische Gemeinde Saarland in Burbach besucht.

Als Oberbürgermeisterin Charlotte Britz die Islamische Gemeinde Saarland (IGS) besuchte, war richtig was los. Denn kurz bevor sie eintraf, waren noch rund 300 Muslime in dem großen Gebetsraum zum Freitagsgebet. "Wie jeden Freitag", erklärte Mehdi Harichane, der ehrenamtlicher Bildungsbeauftragter der IGS ist. "Am Ende des Fastenmonats Ramadan sind es sogar mehr als 1000", berichtete er.

Die Gemeinde wurde bereits in den 70er Jahren an der Universität des Saarlandes gegründet. Heute sind über 40 Nationalitäten in den Reihen der IGS. Sie ist nach Angaben der Stadtverwaltung die größte islamische Gemeinde Saarbrückens.

Seit 2003 nutzt die IGS in Burbach einen großen Gebäude-Komplex, der einst ein Sportcenter war. Denn ihr Zentrum ist mehr als ein Gotteshaus. Es dient auch als Treffpunkt und Forum, das Jung und Alt einlädt, ihre Freizeit dort zu verbringen.

Neben Arabisch wird hier überwiegend Deutsch gesprochen. Deshalb wird die auf Arabisch gehaltene Freitagspredigt (Khutba) auch simultan ins Deutsche übersetzt. Entsprechende Kopfhörer liegen vor Ort aus. Anschließend lud Mehdi Harichane zum Rundgang ein und zeigte der Oberbürgermeisterin alle Räume. Im Erdgeschoss sind neben dem großen Gebetsraum noch ein kleinerer für Frauen und Kinder, ein Restaurant und eine Turnhalle für die Kinder. Doch in dieser ist das Dach undicht. Da sich die Gemeinde nur über Mitglieder und einige Spenden finanziert, fehle jedoch das Geld, um die Halle auf Vordermann zu bringen, sagte Harichane. In der ersten Etage befinden sich die neun Klassenräume der Gemeinde. Hier wird zweimal wöchentlich ein Deutschkurs für Flüchtlinge angeboten. Die Teilnehmer sind häufig Asylbewerber und werden dort vom ehrenamtlichen Netzwerk "Ankommen" unterrichtet. Die IGS stellt ihre Räume dafür kostenfrei zur Verfügung. Am Wochenende lehrt und lernt hier die Gemeinde selbst. Sämtliche Altersgruppen sind dann nach Angaben Harichanes eingeladen, ihre Kenntnisse in Mathe, Ethik und Fremdsprachen wie Englisch, Französisch aber auch Deutsch und Arabisch zu verbessern. Um auch nach der Schule dem Nachwuchs eine Ausbildung zu ermöglichen, arbeitet die IGS mit der "Mobilen Beratung für Jugendliche und Eltern in Migrantenselbstorganisationen" (MobiMIG) zusammen. Dabei handelt es sich um ein Projekt des Zentrums für Bildung und Beruf Saar. Zuständig dafür ist Stefanie Wagner, die ebenfalls am Rundgang teilnahm. Sie geht in die Gemeinden, um Jugendliche und deren Eltern über das deutsche Bildungs- und Ausbildungssystem aufzuklären. Häufig ist sie dabei auf die Übersetzungen von Harichane angewiesen, der als Sozialberater für das Deutsche Rote Kreuz arbeitet.