| 00:00 Uhr

Foto-Installationen zeigen Deutschland als Teil der Fremde

Burbach. Der Kulturverein Burbach lädt zu einer Ausstellung von Maja Sokolova; Titel: „Your Moves: Was Du nicht tust“. Sie zeigt Deutschland aus der Sicht von Einwanderern, die ihre neue Heimat zunächst als Fremde empfinden. nba

An den Wänden des Kulturcafés in Burbach hängen drei größere Foto-Collagen, daneben findet sich jeweils eine kleine Installation und in der Mitte des hellen Raums steht ein Aquarium, nur mit klarem Wasser gefüllt. Mehr braucht Maja Sokolova nicht, um eine ungewöhnliche Ausstellung zu präsentieren. Die Saarbrücker Medienkünstlerin, die 2002 ihr Diplom an der Hochschule für Bildende Künste Saar ablegte, beschäftigt sich in ihren Foto-Installationen mit der Fremde. Und damit meint sie eigentlich Deutschland, denn sie fotografierte für ihre Foto-Collagen drei Menschen, die nach Deutschland eingewandert sind. Und die sollten während des Fotografierens genau das machen, was sie in der Fremde nie tun würden. So zeigt Maja Sokolova in einer Installation drei inszenierte Selbstporträts, auf denen sie in der Öffentlichkeit schläft. Diese Fotos sind auf einen großen Foto-Hintergrund arrangiert, der als verfremdete Landkarte zu verstehen ist. Daneben befestigte sie eine Schublade mit Glassplittern. Das sind Reste einer Skulptur, die Maja Sokolova an ihre Heimat erinnern. Ganz ähnlich geht sie in den anderen beiden Foto-Installationen vor. Auch hier sind die Hintergründe landkartenähnlich, darauf inszenierte Porträts geklebt und eine kleine Box samt Heimaterinnerung zur Seite gestellt. Die Geschichte dahinter ist weder erklärt, noch dargestellt. Und so muss sich der Betrachter damit auseinandersetzen, was er tatsächlich sieht. Überraschend ist, dass man daher zuerst das Fremde der Installationen wahrnimmt, um festzustellen, dass es gar nicht so fremd ist. Die Fotos sind in Deutschland entstanden, die Situationen sind uns eigentlich vertraut, und die vermeintlichen Landkarten sind tatsächlich Abbildungen einer Baumrinde oder Tapetenreste auf einer Wand. Dieses Spiel mit Schein und Sein findet sich auch in der Videoskulptur, die in dem Wasserbassin gezeigt wird. Das Bild eines Videos schwebt frei und anscheinend völlig losgelöst auf der Wasseroberfläche. Dazu zeigen die Bilder des Films optische Täuschungen. Das ist verwirrend, aber auch faszinierend und von hoher ästhetischer Qualität.



"Maja Sokolova. Your Moves: Was Du nicht tust", Ausstellung des Kulturvereins Burbach im Kulturcafé, Burbacher Straße 20, bis 24. Juli, offen Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 9 Uhr bis 15 Uhr, Mittwoch von 11 Uhr bis 17 Uhr.

kulturverein-burbach.de



Das könnte Sie auch interessieren