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Juz Burbach
Das Jugendzentrum Burbach ist wieder offen

Saarbrücken. Vor drei Jahren brannte das Juz in Burbach aus. Dann wurde renoviert. Nun können Jugendliche und Betreuer zurückkehren. Von Daniel Novickij

Die Flamen loderten, der Rauch färbte den Himmel schwarz. Feuerwehrleute versuchten, das Inferno zu löschen. Hilflos sahen Jugendliche und Betreuer zu, wie ihr Jugendzentrum abbrannte. Fast drei Jahre sind seit dem Brand vergangen.


Für Freitagabend hatte das Jugendzentrum in Burbach zur Wiederöffnung eingeladen. Die Veranstaltung war gut besucht, der Raum voll. Zu Beginn der Feier zeigten die Jugendlichen den Gästen einen selbst gedrehten Film, in dem sie über ihre Zeit nach dem Brand bis zur Wiedereröffnung sprachen.

„Das war eine sehr intensive Zeit. Ich hatte Angst, dass es nicht mehr wie früher wird“, sagt Vanessa Echternach. Im alternativen Raum gebe es keine Privatsphäre: „Wir konnten nicht einmal backen. Wir hatten nur das Nötigste.“ Für die 21-Jährige sei nun ein Wunsch in Erfüllung gegangen: „Ich finde das toll, dass wir wieder hier sind.“ Viele seien hier groß geworden. Die junge Frau kommt bereits seit acht Jahren in das Jugendzentrum: „Die Räume sind sehr schön geworden.“ Sie sei glücklich darüber, dass die Jugendlichen bei der Gestaltung der Zimmer mitbestimmen durften: „Besonders schön finde ich den Mädchenraum“, sagt Echternach.



Bajram Qunai: „Es ist schön, wieder in den alten Räumen zu sein.“ Es sei nicht angenehm gewesen, das Jugendzentrum brennen zu sehen: „Man war hilflos. Wir konnten nichts retten.“ In dieser Zeit sei der Zusammenhalt stärker geworden: „Viele Menschen haben nachgefragt, wie es uns geht.“

Das sei schön gewesen, dass man sich um die Jugendliche kümmerte.

„Es war sehr stressig für uns“, sagt Nadine Kraus, eine sozialpädagogische Mitarbeiterin im Jugendzentrum Burbach, und meint damit auch ihre Kollegin Eva-Maria Biaka und die Jugendlichen. „In den anderen Räumen war alles fremd. Hier ist es wie zu Hause.“ Sie arbeitet seit zehn Jahren im Jugendzentrum: „Es war so, als ob dein eigenes Haus abbrennt.“ Für sie sei die Wiedereröffnung eine Erleichterung im Vergleich zum Ausweichquartier: „Die Jugendlichen hatten dort weniger Möglichkeiten.“ Nach dem Brand seien sie zuerst obdachlos gewesen: „Wir trafen uns dann immer an den Saarwiesen. Hier haben wir gegrillt, gepicknickt oder gespielt.“ Wenn es regnete, dann seien sie zum Beispiel ins Kino gegangen. Später seien sie in einen kleinen alternativen Raum in der Bergstraße gezogen.

„Ich wollte nie weggehen und mich versetzen lassen“, sagt Kraus: „Die Jugendlichen sind mir ans Herz gewachsen. Wir sind eine Familie.“ Insbesondere sei sie stolz darauf, dass die Jugendlichen nicht weggegangen sind: „Sie wollten nicht in andere Jugendzentren gehen. Der Zusammenhalt macht uns aus.“

In Zukunft plane sie wieder Veranstaltungen im Jugendzentrum: „Wir wollen die Konzertreihe ‚Burbach Rock‘, die 2008 ins Leben gerufen wurde, weiterführen.“ Das seien Konzerte, bei denen kleine regionale Musikgruppen auftreten. Dafür gebe es auch eine neue Bühne und Musikanlage im Eventraum des Jugendzentrums: „Ab Februar starten die neuen Konzerte.“

Außerdem sei geplant, mit Künstlern zusammenzuarbeiten und einen Tanzlehrer einzustellen: „Wir wollen gerne in unserem Tanzraum Workshops für unsere Jugendlichen anbieten.“ Außerdem solle die Ferienfreizeit weiter stattfinden: „Trotz des Brands wollte ich diese Tradition nie aufgeben.“ Das nächste Ziel in der Ferienfreizeit sei die Toskana.