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Burbacher Kulturverein sucht Mitstreiter für die Arbeit im Stadtteil.

Stadtteilentwicklung : Kulturverein wirbt unverdrossen für Burbach

Seit acht Jahren engagieren sich der ehemalige Ministerpräsident Reinhard Klimmt und einige Mitstreiter im Saarbrücker Westen.

Die auffällige Brille und die Fliege signalisieren: Der Junge auf dem Foto ist ein kluges Kerlchen. Was das Foto noch zeigt: Er hat etwas im Angebot, zu dem man eigentlich nicht nein sagen kann. Das Schild könnte über dem Eingang des Café hängen, das der Kulturverein Burbach auf dem Weg zwischen Gersweiler Brücke und Burbacher Markt betreibt. Seit knapp acht Jahren will der Verein „Störfaktor“ sein. So hat es sein Vorsitzender, der ehemalige Ministerpräsident und Ex-Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt einmal formuliert und erklärt: „Was wir tun, stört das schlechte Bild von Burbach, dass mancher hat.“

Kunstausstellungen, Sommerkino, Wanderungen, Vorträge, eine Stadtteildokumentation, Lesungen – eigentlich für jeden etwas. Das Schild mit dem gewitzen Jungen, der ein Angebot macht, dass kaum jemand ablehnen kann, hängt dennoch nicht über der Tür des Kulturvereins, sondern über der Eisdiele ein paar Meter weiter. Das Eis und der kleine süße Kuchen in seinen Händen sind das offenbar populärere Angebot.

35 Mitglieder hat Klimmts Kulturverein. „Die Hoffnung, dass ganz Burbach Mitglied im Verein ist, hat sich nicht erfüllt“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Aber auch wenn insbesonderen den Gewerbetreibenden im Stadtteil noch nicht klar zu sein scheine, was der kleine Kulturverein fürs Image Burbachs tue: „Wir sind eine unverdrossene, rührige Gruppe, die nichts vom Anfangselan verloren hat“, sagt Klimmt. Man wolle nun verstärkt Firmen in Burbach ansprechen.

Worum sich der Verein keine Sorgen machen muss, ist das Interesse von Künstlerinnen und Künstlern am Verein und seinem Raum in Burbach. Das liegt auch daran, dass eine Künstlerin im Vorstand fürs Ausstellungsprogramm zuständig ist: Monika Hau. Sie hat für die erste Ausstellung dieses Jahres Annegret Leiner gewinnen können. „Ich betrachte es als große Auszeichnung, dass sie bei uns ausstellt“, sagt Vorstandskollege Axel Biehl. Biehl „ist übrigens der Schuldige“, sagt Klimmt. Der hatte, als er noch Stadtteilmanager in Burbach war, die Idee mit dem Kulturverein. Der Teil mit den vielen Burbachern, die sich dort für ihren Stadtteil engagieren, hat noch nicht ganz funktioniert. Aber, sagt Klimmt: „Wir leben noch.“