Burbach soll attraktiver werden

In Burbach hat das Bündnis von Gewerbebetreibenden und Hauseigentümern für eine Verschönerung des Stadtteils gesorgt. Für die nächsten fünf Jahre haben die Verantwortlichen noch mehr Ideen.

Das erste und bisher einzige Bündnis für Innovation und Dienstleistung (BID) im Saarland ist in Burbach . 2010 wurde es als Vertragspartner der Stadt Saarbrücken etabliert. Seitdem hat sich in Burbach viel getan. Am 10. Februar läuft das Modellprojekt ab. Doch die Gewerbebetreibenden und Hauseigentümer , die sich im Trägerverein "BID Burbach " zusammengeschlossen haben, wollen weitermachen und haben einen Antrag auf Verlängerung für weitere fünf Jahre gestellt.

"Das Prinzip des BID, das von allen Hauseigentümern finanziell mitgetragen wird, ist demokratisch. Es verhindert auch, dass manche von den Ergebnissen profitieren, ohne Geld oder Zeit zu investieren", erklärt Vereinsvorsitzender Siegfried Graber. Ohne die Struktur des BID würde alles immer an denselben engagierten Leuten hängenbleiben. Mit dem Bündnis sind alle dazu verpflichtet, wenigstens finanziell die Aktionen mitzutragen.

Die Kernaufgabe in den ersten fünf Jahren waren die Sauberkeit und die Verschönerung Burbachs. Dafür wurde ein Mann in Vollzeit angestellt, um die Gehwege und die Bürgersteige in Schuss zu halten. Außerdem wurden Blumenbeete gepflanzt. "Dadurch konnten wir nicht nur unseren Stadtteil sauberer machen, sondern auch einem engagierten Mann über 50 eine Arbeitsstelle geben", sagt Michael Momber, der BID-Koordinator. Auch der Bringdienst und die Förderung von Selbstständigen liefen über das BID. Letzteres führte zum Beispiel dazu, dass sich eine Anwältin für Insolvenzrecht in Burbach ansiedelte.

Einer der größten Erfolge des Bündnisses war die Eröffnung des ID-Drogeriemarktes, nachdem Schlecker zugemacht hatte. Außerdem wurden mehrere Themenmärkte organisiert, zum Beispiel der orientalische und der lothringische Markt. Diese sollten zur Verbesserung des Images von Burbach beitragen. "Das Erscheinungsbild ist das A und O", erzählt Siegfried Graber. Viele Leute leben gerne in Burbach , aber es gehe auch darum, die Außenwirkung des Stadtteiles zu ändern. Burbach leidet unter seinem schlechten Ruf. Und die Ansiedlung des Großbordells hat ihm weiter geschadet. Dabei findet Michael Momber, dass vieles für den Stadtteil spricht: "Wir haben unterschiedlichen Wohnraum, viele Fachgeschäfte, und hier kann man jeden Schulabschluss machen."

Nicht alle Projekte des BID konnten erfolgreich umgesetzt werden. Manche mussten aufgegeben werden, weil die Wege durch die Verwaltungsgremien zu lang waren. Zum Beispiel bei Granitblöcken, die als Sitze dienen sollten. Als die Genehmigung kam, waren die im Baumarkt ausgewählten Blöcke schon verkauft. "Die Maßnahme war gestorben", bedauert Koordinator Momber.

Insgesamt ist Vereinsvorsitzender Graber aber mit den Ergebnissen zufrieden und zieht eine positive Bilanz: "Unser Stadtteil ist schöner geworden, man sieht die Veränderungen." In den fünf Jahren verfügte das Bündnis über 480 000 Euro. "Das ist ein relativ kleiner Etat, da ist vor allem Manpower gefragt", sagt Graber. Das Team des BID besteht aus einer Frau und elf Männern. Einige sind Hauseigentümer , andere betreiben dazu auch ein Geschäft - und einige haben ihr Geschäft gemietet. Sie alle lieben Burbach und wollen für ihren Stadtteil werben.

Ein Schwerpunkt der nächsten Laufzeit soll sein, Mieter für die leeren Wohnungen und Geschäfte zu finden. "Wir wollen interessierten Menschen bei der Wahl der passenden Büro- oder Geschäftsfläche in Burbach helfen", erläutert Graber. Auch Eigentümer sollen beraten werden, um herauszufinden, welche Investitionen sinnvoll sind, um ihre Immobilien schneller zu vermieten. Außerdem sollen gezielte Angebote mehr Studenten der HTW in den Stadtteil locken.

Zum Thema:

Auf einen BlickSo entsteht ein BID: Mindestens 15 Prozent der im Immobilienverzeichnis eingetragenen Eigentümer müssen den Antrag mitunterschreiben, der anschließend von der Landeshauptstadt inhaltlich geprüft wird. Nachdem die Stadt grünes Licht gegeben hat, folgen vier Wochen Auslegungszeit. Danach wird abgestimmt. Solange ein Drittel der Wahlberechtigten nicht dagegenstimmt (Negativquorum), wird das BID angenommen, und alle Eigentümer müssen ihren Beitrag bezahlen. Die Höhe der Abgabe wird mit einem Hebesatz an dem Einheitswert der jeweiligen Immobilien berechnet. hem