Bezirksrat streitet über Verkehrsberuhigung

Erst Paten für die bereits vorhandenen Baumscheiben besorgen, ehe die Verwaltung neue in Gersweiler anlegt. Das forderte die CDU-Fraktion im Bezirksrat West, stand mit dieser Meinung aber alleine da.

Die Stadtverwaltung will die Verkehrsberuhigung in Gersweiler ausweiten. Im unteren Bereich ist dies in der Hauptstraße in Gersweiler zwischen Hirschenbergstraße und Brunnenstraße längst der Fall. Eine Kombination aus Bäumen, die am Straßenrand gepflanzt wurden, und markierten Parkflächen sorgt dafür, dass Autofahrer den Fuß vom Gas nehmen müssen. Diese Verkehrsberuhigung soll nun auch hinter dem Gersweiler Markt weitergeführt werden. Stadtplaner Christoph Kreis stellte dem Bezirksrat West kürzlich im Bürgerhaus Burbach entsprechende Pläne vor.

Die neuen Bäume sollen in den Abschnitt zwischen der Hüttenstraße und der Einmündung Theresienstraße kommen. Insgesamt entstehen zwölf markierte Parkflächen, acht neue Bäume sollen gepflanzt werden. Nach der Umsetzung soll die Maßnahme schrittweise entlang der Hauptstraße weitergeführt werden.
Linke für Tempo 30

"Die Maßnahme ist grundsätzlich richtig", meinte Manfred Klasen (Linke), forderte aber außerdem, dass die erlaubte Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer reduziert wird. Volker Arnold (CDU ) kritisierte dagegen das Projekt und meinte: "Die vorhandenen Baumscheiben sind keine Vorzeigeprojekte der Straße. Eine Scheibe ist ohne Baum, man sollte zuerst Baumpaten besorgen, die sich dauerhaft kümmern." Er sehe es lieber, wenn die infrage kommenden Parkplätze zunächst provisorisch markiert würden, um zu testen, ob sie den gewünschten Effekt bringen.

Das sieht die SPD-Fraktion anders. Marco Rupprecht, Ursula Paulus-Schmitt und auch Bezirksbürgermeister Claus Theres erklärten: "Optische Hindernisse erzielen einen größeren Effekt als Schilder und Markierungen." Bleibt noch die Frage nach der Geschwindigkeitsbegrenzung. Fachmann Christoph Kreis erläuterte: "Tempo 50 ist innerorts die Regelgeschwindigkeit, Tempo 30 die Ausnahme." Diese Ausnahmen seien genau festgelegt: Sie gelten für Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen sowie den Lärmschutz. Verkehrsplaner sähen dies umgekehrt günstiger, jedoch sei das Ordnungsamt zuständig. Weiter erklärte Kreis, dass sich über die Jahre die Größe der Baumscheiben geändert habe: "Wir bauen sie jetzt größer, damit die Bäume besser anwachsen, die bisherigen Scheiben waren zu klein." Kreis erläuterte die Strategie der Stadtverwaltung so: "Wir versuchen, das richtige Maß zu finden, dass Verkehr verlangsamt, aber nicht zu sehr behindert wird." Die Kosten für die Umgestaltung gemäß beiliegendem Plan belaufen sich auf Basis der Kostenschätzung auf rund 50 000 Euro, das notwendige Geld soll aus der Haushaltstelle "Verkehrsberuhigung" entnommen werden.

Allerdings kann die Maßnahme nur in Etappen umgesetzt werden, räumte Kreis ein. Derzeit sind noch 8000 Euro vorhanden, sodass zunächst zwei Bäume gepflanzt werden könnten. Es wird darüber hinaus geprüft, ob das Amt für Stadtgrün noch weitere Bäume finanzieren kann.

Der Bezirksrat West empfahl dem Bauausschuss des Stadtrates, das Projekt umzusetzen - allerdings gegen die Stimmen der CDU-Bezirksratsfraktion.