Auszeichnung für den Pfarrgarten

Der neue Quartiersgarten an der Eligiuskirche hat den Saarbrücker Stadtteil Burbach schöner, einfacher und stolzer gemacht. Die Gestaltung, aber auch die Art des Zustandekommens gelten als vorbildlich.

. Wer nur durch Burbach fährt und nicht rechts und links schaut, der hat den Park hinter der katholischen Kirche St. Eligius vielleicht noch gar nicht gesehen. Das Schmuckstück ist die erste und einzige innerörtliche Grünfläche des Stadtteiles, mit Wiese zum Toben, 120 Sitzbankplätzen zum Ausruhen, mit schönen Stauden und Bäumen, mit gut zu begehenden Kieswegen und Rampen auch für Ältere und Behinderte. Das Schönste ist vielleicht der neuerdings mögliche "Blick ins Weite", wie ihn Kindergartenleiterin Birgit Staub nennt. Das Auge kann in dem ansonsten dicht bebauten Stadtteil an diesem Ort endlich einmal schweifen. Und Ivo Müller vom Stadtplanungsamt weist darauf hin, dass man sogar von Jakob- und Bergstraße an der Kirche vorbei und über den Park hinweg bis auf die Saar sehen kann, also quasi eine Sichtachse vom oberen Dorf bis an die Wiesen des Flusses hat. Abrisse und Rodungen haben diesen Durchblick möglich gemacht. Die Neuordnung des Geländes rund um die Kirche ist darüber hinaus auch sehr praktisch: Die Leute können unbeschwert ihrer Wege gehen und werden nicht mehr bloß auf verschlungenen Pfaden geduldet. Burbach ist einfacher und freier geworden.

Die Grünanlage wurde auf der Fläche des ehemaligen Volkshauses errichtet. Das Areal wurde nach dessen Abriss nicht an Investoren verkauft, sondern im Rahmen des Projektes "Soziale Stadt" neu geordnet (mit Kindertagesstätte und Begegnungsstätte der Pfarrei St. Eligius) und weitgehend dem öffentlichen Raum zugeschlagen. Pfarrei und Stadtplaner, Fördermittelgeber sowie die Saarbrücker Büros Hepp + Zenner Architekten sowie HDK Dutt & Kist Stadtplaner/Landschaftsarchitekten arbeiteten eng zusammen und beteiligten auch die Bevölkerung.

Das Projekt hat nun sogar bundesweit Aufmerksamkeit erzielt, gerade auch wegen der einträchtigen Anstrengung fürs Gemeinwohl. Der Quartiersgarten St. Eligius hat bei einem Wettbewerb ("Award") der Stadtplaner-Fachzeitschrift "Polis" eine "Auszeichnung" erhalten, das war das zweithöchste Lob, das hinter einem "Preis" zu bekommen war. Immerhin setzte man sich gegen viele zigfach größere Vorhaben in Metropolen durch. Luca Kist, der namens der Beteiligten die Urkunde entgegen nahm, sprach von einer "echten Überraschung".

Dennoch ist auch Wasser im Freudenwein herauszuschmecken. Wie Pfarrer Klaus-Peter Kohler und die Kita-Leiterin Staub bedauern, wird der Garten als Hundeklo missbraucht und fällt damit als Spielwiese für Kinder aus. Diese unerwünschte Besitznahme zu korrigieren, bevorzugt durch Kommunikation und Einsicht, gilt als größte Herausforderung - wohl auch eine Aufgabe für das Baudezernat, dem die Grünpflege untersteht und dessen Leiter Prof. Heiko Lukas das Projekt als "beispielhaft" bezeichnet.