Bundespolizei fasst Straftäter in Saarbrücken

Dreimal zugeschlagen : Bundespolizei sammelt Straftäter am Saarbrücker Hauptbahnhof ein

In einem Fall liefert sich gesuchter ungewollt selbst den Fahndern aus.

Der Ottweiler Knast füllt sich, denn Fahnder haben binnen weniger Stunden in Saarbrücken mehrfach Straftäter eingebuchtet. Zum ersten Mal klickten die Handschellen nach Informationen von Dieter Schwan Dienstagabend (23. April). Wie der Pressesprecher der Bundespolizei in Bexbach schildert, spürten seine Kollegen am Hauptbahnhof um 22 Uhr einen 26-Jährigen auf. Er war zuvor aufgeflogen, weil er ohne Führerschein hinterm Steuer saß. Nach dem Deutschen ließ die Saarbrücker Staatsanwaltschaft deswegen fahnden. Er hätte sich den Weg ins Gefängnis sparen können, wenn er 480 Euro hätte zahlen können. Stattdessen muss er nun zweieinhalb Wochen hinter Ottweiler Gittern verbringen.

Um 5 Uhr am Mittwoch der nächste Fahndungserfolg: Die Ermittler fassten einen Tunesier (25). Ihn suchte die Staatsanwaltschaft in Dresden/Sachsen. Er soll vom Staat Leistungen erhalten haben, die ihm aber nicht zustanden. 550 Euro sollte er berappen, konnte dies aber nicht. Er bleibt jetzt 39 Tage im Gefängnis. Anschließend droht ihm die Abschiebung, da er sich unerlaubt in Deutschland aufhalten soll.

Einen Franzosen erwischte es rund drei Stunden später ebenfalls am Bahnhof der Landeshauptstadt. Vielmehr lieferte sich der 27-Jährige selbst aus. Nach Schwans Darstellung war der Mann bei der Polizeiwache aufgetaucht, weil er ohne Bares nicht nach Hause kam. Die Beamten sollten ihm helfen. Diese forschten in ihren Daten und fanden heraus: Der Hilfesuchende hatte sich betrunken ans Lenkrad gesetzt. Auch hier ließ die Staatsanwaltschaft in Saarbrücken nach ihm Ausschau halten. Die nächsten 50 Tage ist das Ottweiler Gefängnis seine Heimat, weil er keine 2100 Euro locker machen konnte, um sich die Haft zu ersparen.

Mehr von Saarbrücker Zeitung