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Kolumne
Büsche vermöbeln

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Ein bisschen vorsichtig möchte ich noch sein, bevor ich das in der Zeitung als neuen Trend melden will. Aber es machte schon mächtig Eindruck, wie engagiert die beiden Kerle da jeweils zur Sache gingen. Von Alexander Manderscheid

Sie prügelten auf Büsche ein.


Im ersten Fall war ich sogar ganz schön nah dran, wie der Mann mit einem Stock im Wald neben seinem ordentlich abgestellten Motorrad konzentriert einen Strauch vermöbelte. Er ließ sich von mir aber nicht stören. Nur zur Sicherheit habe ich ihm kurz mal über die Schulter geschaut, ob da nicht jemand vielleicht im Busch auf dem Boden liegt. Aber es war tatsächlich nur ein Gebüsch, und bei Streitereien zwischen Männern und Pflanzen mischt man sich nicht ein. Das ist Ehrensache. Den zweiten Kerl habe ich heute aus dem Zug gesehen – wieder mit einem Stock.

Büsche verkloppen, das sieht wild aus. Das hat schon was, wie bei jedem Schlag die Blätter weg­spritzen. Vielleicht waren die Sträucher auch selbst schuld. Manchmal stechen die Dinger ja auch furchtbar fies. Man bleibt mit seinem Pulli an ihnen hängen, die Fäden zieht es raus.



Vielleicht haben sie die Männer gestochen oder sind provozierend rumgewachsen. Angeberei mit den Blüten, aber dann keine essbaren Früchte – da flippt man schon mal aus.

Ich kann dem ganzen Buschwerk also nur raten, in Zukunft keine dummen Faxen mehr zu machen. Sie sollten jetzt schön den Ball flach halten. Sonst kriegen sie vielleicht auch von mir mal mächtig ein paar auf die Zwölf.