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Lkw-Verkehr in Fechingen
Stadt will Gesamt-Analyse des Lkw-Verkehrs

An der Heringsmühle in Fechingen steht seit September 2016 ein neuer tarngrüner Blitzer. Die Stadt Saarbrücken ahndet damit unmittelbar am Ortsausgang und Ortseingang von Fechingen Tempo-30-Verstöße.  
An der Heringsmühle in Fechingen steht seit September 2016 ein neuer tarngrüner Blitzer. Die Stadt Saarbrücken ahndet damit unmittelbar am Ortsausgang und Ortseingang von Fechingen Tempo-30-Verstöße.   FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Initiative aus Fechingen klagt über den Lkw-Verkehr an der Heringsmühle. Die Stadt will nun ein Gutachten vorlegen. Von Jörg Wingertszahn

Die Landeshauptstadt Saarbrücken hat Vorwürfe zurückgewiesen, sie verschleppe das Lkw-Problem an der Heringsmühle. Man nehme das Thema sehr ernst, teilte die Stadt auf Anfrage unserer Zeitung mit. Die Verwaltung der Landeshauptstadt habe daher dem Ausschuss für Bau, Verkehr und Freiraum bereits am Mittwoch, 24. Oktober, vorgeschlagen, ein Verkehrsgutachten für den Lkw-Durchgangsverkehr in ganz Saarbrücken anfertigen zu lassen.


Das Verkehrsgutachten soll den Angaben zufolge in einer Gesamtbetrachtung feststellen, wie stark die Straßen der Landeshauptstadt durch Lkw-Durchgangsverkehr belastet sind. Zudem soll es untersuchen, welche Auswirkungen ein Verbot des Lkw-Verkehrs für einzelne Straßen auf andere Straßenzüge in der jeweiligen Umgebung hätte. Die Darstellung dieses Szenarios ist Voraussetzung für Fahrverbote, die von der Obersten Straßenverkehrsbehörde genehmigt werden müssen.

Anlass des Vorschlags sei der vielfach von der Bevölkerung vorgetragene Wunsch, den Lkw-Durchgangsverkehr in der Lebacher Straße, aber auch in anderen Straßen wie der L 107 An der Heringsmühle in Fechingen zu untersagen. „Eine Betrachtung einzelner Straßen ist aus Sicht der Verwaltung nicht zielführend, da sich dadurch Probleme unter Umständen nur auf andere Straßen verlagern“, teilt Stadtpressesprecher Thomas Blug mit.



„Der Ausschuss hat in der Sitzung mehrheitlich entschieden, die Verwaltung zu beauftragen, ein Verkehrsgutachten über die Lkw-Verkehre im Großraum Saarbrücken zu vergeben, mit dem Ziel eine Lkw-Durchfahrverbotszone für die Stadt Saarbrücken zu begründen. Diesen Beschluss werden wir umsetzen“, erklärt Blug weiter. „Wir werden das Gutachten extern vergeben. Unser Stadtplanungsamt bereitet die Vergabe derzeit inhaltlich wie organisatorisch vor, um dann möglichst zügig nach Abschluss des Vergabeverfahrens den Gutachter beauftragen zu können.“

Die Bürgerinitiative (BI) Fechinger Talbrücke/DB-Schenker hatte zuvor der Stadt vorgeworfen, das Lkw-Problem zu verschleppen, statt ihrer Verantwortung nachzukommen, straßenverkehrsrechtlich zum Schutz der Gesundheit einzuschreiten. Yvonne Brück, Sprecherin der BI, erklärte dazu: „Unsere am 29. Oktober 2018 durchgeführte 24-stündige Verkehrszählung an der Heringsmühle macht den dringenden Handlungsbedarf deutlich. Insgesamt haben wir 11 278 Fahrzeuge gezählt, davon 632 Lkw. Somit donnerte am Tag der Zählung im Durchschnitt alle 2,28 Minuten ein Lkw durch die Heringsmühle. Zeitlich heruntergebrochen bedeutet dies tagsüber in der Zeit zwischen 6 Uhr und 22 Uhr alle 1,66 Minuten und nachts alle 8,73 Minuten ein Lastkraftwagen. Damit liegen wir sogar noch ein gutes Stück über dem städtischen Kurzgutachten, das während der Sommerzeit erfolgte.“ Folglich komme Oberbürgermeisterin Britz als Chefin der zuständigen Straßenverkehrsbehörde um ein straßenverkehrsrechtliches Einschreiten nicht mehr herum.