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Bienen
Pharmaunternehmen setzt auf Bienen

Ursapharm will mit acht Bienenvölkern einen aktiven Beitrag für die Umwelt an der Oberen Saar leisten.
Ursapharm will mit acht Bienenvölkern einen aktiven Beitrag für die Umwelt an der Oberen Saar leisten. FOTO: Heiko Lehmann
Bübingen. Bübinger Firma hat acht Völker aus dem Allgäu an die Obere Saar gebracht. Imker suchen dringend Nachwuchs. Von Heiko Lehmann

Das Pharma-Unternehmen Ursapharm in Bübingen engagiert sich für die Bienen. Mit einem kleinen Festakt wurden kürzlich acht Bienenvölker auf dem Unternehmens-Gelände eingeweiht. „Wir wollen einfach einen Beitrag für die Natur leisten und wir wissen, dass die Anzahl der Bienenvölker in Deutschland dramatisch zurückgegangen ist“, erklärt Dominik Holzer, der Juniorchef von Ursapharm. Imker Frank Weiß aus dem Allgäu hat die acht Bienenvölker an die Obere Saar gebracht und wird sich in regelmäßigem Abstand um die etwa 400 000 Bienen kümmern.


Bereits bei der Einweihung gab es die ersten Brote mit Honig von den neuen Bienen. Den Kindergarten-Kindern der katholischen Kita GmbH St. Agatha in Kleinblittersdorf haben sie geschmeckt. Die Kinder waren die ersten, die eine Patenschaft für ein Bienenvolk übernommen haben. Ohne Angst vor den kleinen Insekten schauten die Kinder den Bienen beim Arbeiten zu und standen dabei direkt neben den Bienenvölkern. „Die haben keine Angst. Wir beschäftigen uns im Kindergarten ganz viel mit Insekten und erklären den Kindern ihre Aufgaben und Funktionen“, erzählt Sabine Breinig, die Leiterin des Kleinblittersdorfer Kindergartens.

Zwei Patenschaften hat die Ursapharm-Geschäftsführung übernommen, eine der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans und eine der saarländische Sternekoch Cliff Hämmerle. „Honig spielt in meiner Küche eine große Rolle und wo immer es geht, benutzen wir Honig aus der Region. Die Aktion zu unterstützen ist eine Herzensangelegenheit“, so Cliff Hämmerle. Drei Völker haben noch keine Paten.



Wie wichtig solche Aktionen sind, erklärte Imker Frank Weiß. „Zwei Drittel aller Imker sind schon richtig alt und sterben irgendwann. Es gibt zu wenige junge Imker und wenn, dann haben die nur ein oder zwei Völker. Es müssten viel mehr Unternehmen diesen Weg gehen und einfach Bienenvölker aufstellen. Wir hatten mal mehr als zwei Millionen Bienenvölker in Deutschland. Aktuell sind es noch etwa 850 000“, sagt der Imker.

Er hebt den Zeigefinger, wenn es um den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft oder um den Klimawandel geht. „Da es bei uns immer wärmer wird und teilweise Temperaturen über 20 Grad bis in den November hinein erreicht werden, fliegen die Bienen auch so spät noch, finden aber keine Nahrung mehr. Das wird über kurz oder lang ein massives Problem werden.“

Der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft sei für die Bienen natürlich eine Katastrophe. „Aber es bringt gar nichts, auf die Landwirte draufzuhauen. Es will doch jeder im Februar schon Erdbeeren essen und zu jeder Jahreszeit immer alles kaufen können. Das Problem mit den Pestiziden können wir nur alle gemeinsam lösen“, sagt Frank Weiß.