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Peter hört als Trainer des SV Bübingen auf
Das Ende der Herzensangelegenheit

Die Rückrunde wird für Martin Peter ein schwerer Gang. Je näher das Saisonende rückt, desto näher kommt sein letztes Spiel als Bübinger Trainer.
Die Rückrunde wird für Martin Peter ein schwerer Gang. Je näher das Saisonende rückt, desto näher kommt sein letztes Spiel als Bübinger Trainer. FOTO: Andreas Schlichter
Bübingen. Mit 19 Jahren ist Martin Peter zum SV Bübingen gekommen. Er hat sich bis zum Trainer der Saarlandliga-Mannschaft hochgearbeitet. Nach der Saison hört der 48-Jährige auf. Er sagt: „Ich brauche einfach einen Tapetenwechsel.“ Von David Benedyczuk

„Das trifft uns total unvorbereitet“, sagt Michael Grenwelge. Der Vorsitzende des Fußball-Saarlandligisten SV Bübingen ist regelrecht schockiert von der Ankündigung des langjährigen Trainers Martin Peter, den Blau-Weißen am Saisonende den Rücken zu kehren. „Das trifft gerade mich persönlich hart, weil ich nur wegen Martin Peter und der Mannschaft wieder als Vorsitzender angefangen habe“, berichtet Grenwelge. Doch Bübingens Trainer sieht seinen Abschied als nötig an. „Die letzten fast sechs Jahre in der Saarlandliga waren ziemlich stramm. Ich brauche einfach einen Tapetenwechsel“, erklärt Peter, der die Mannschaft 2012 übernommen hatte und damit der dienstälteste Saarlandliga-Trainer ist: „Ich merkte irgendwann, dass ich nicht mehr mit der letzten Motivation bei der Sache bin. Das beschäftigt mich schon länger. Für mich war klar, dass ich meinen Entschluss nach dem letzten Spiel des Jahres bekanntgebe, damit der Verein, bei dem ich schon ewig bin und dem ich viel zu verdanken habe, gut planen kann“, erläutert der 48-Jährige.



Er müsse diese Entscheidung schweren Herzens akzeptieren, sagt Grenwelge, der 2015 nach 22 Jahren erst berufsbedingt als Vorsitzender zurücktrat, ehe er doch schnell wieder ins das Amt zurückkehrte. Auch Peter und der Verein schienen auf ewig verbunden. Mit 19 Jahren wechselte er als Spieler zum SV Bübingen, wo er zeitnah begann, sich der Trainertätigkeit zu widmen. „Matthias Lillig oder Lars Breyer, die jetzt für Bübingen in der Saarlandliga spielen, habe ich schon seit der F-Jugend trainiert und begleitet. Da besteht ein fast väterliches Verhältnis“, sagt Peter. Er habe sich nie andere Angebote angehört. „Bübingen war immer eine Herzensangelegenheit, aber nun ist es Zeit für eine neue Aufgabe.“ Wo das sein wird, stehe noch nicht fest: „Wenn das Paket passt, mache ich es. Wenn nicht, nehme ich eine Auszeit. Wichtig ist mir, dass wie in Bübingen das Umfeld beim neuen Verein stimmt“, sagt der scheidende Trainer.

Den Höhepunkt seiner Amtszeit erreichte Peter 2015, als er den SV Bübingen zur Saarlandliga-Vizemeisterschaft und in die Oberliga-Relegation führte. „Das war definitiv der größte Erfolg. Ich erinnere mich gut an die Duelle mit Jägersburg, etwa das Hinspiel, als wir nach einem 3:0 nur 3:3 gespielt haben. Auch die Derbys gegen Auersmacher waren immer Höhepunkte. Genauso die Hallenmasters-Teilnahmen, bei denen uns immer viele Anhänger begleitet und unterstützt haben“, blickt er zurück.

Apropos Hallenmasters: Dort will der SV Bübingen wieder hin, nachdem die Qualifikation im Vorjahr erstmals nach drei Teilnahmen in Folge verpasst worden war. „Die Mannschaft macht das diesmal in Eigenregie und will unbedingt zum Masters. Das wäre auch für mich zum Abschied eine schöne Sache“, sagt Peter. Sieben Turniere spielen die Bübinger. Das erste ist das eigene ab dem morgigen Samstag in der Sporthalle Brebach. Dort kämpfen 24 Mannschaften um 51 Punkte für die Masters-Wertung.

Gastgeber Bübingen nimmt den neunten Anlauf, das eigene Turnier endlich einmal zu gewinnen. „Die Sehnsucht danach ist mit Worten nicht zu beschreiben“, meint der SV-Vorsitzende Grenwelge. Die auf dem Papier größten Konkurrenten der Gastgeber sind der Oberligist und Titelverteidiger SV Saar 05 Saarbrücken sowie der Erzrivale SV Auersmacher. Während der Lokalrivale zur Winterpause den Saarlandliga-Platz eins belegt, liegt der SV Bübingen mit 25 Punkten aus 19 Spielen auf Rang zehn. „Angesichts unserer personellen Probleme im nur kleinen Kader müssen wir damit zufrieden sein. Wir sind holprig gestartet, haben uns zuletzt aber nach vorne gearbeitet und eine gute Position, um nach dem Winter einen einstelligen Platz zu erreichen“, sagt Peter.