Wenn Saarbahnfahren zur Tortur wird

Für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, ist es zurzeit schwierig, ab Brebach die Saarbahn zu nutzen. Der Bahnsteig ist nur über Treppen zu erreichen. Das wird zumindest noch einige Tage so bleiben.

Es sei "eine Katastrophe", sagt Gisela Keidel. Sie ist 74 Jahre alt, lebt in Brebach und muss von dort aus "oft in die Innenstadt zum Arzt", sagt sie. Weil sie gehbehindert ist, sei das für sie nicht einfach, erklärt sie, aber seit etwa zwei Wochen verzweifle sie schon bei dem Gedanken, sich auf den Weg machen zu müssen.

So lange ist nämlich schon der Lift am Bahnhof Brebach außer Betrieb. Die Treppen - erst runter, dann auf der anderen Seite zum Bahnsteig wieder rauf - seien für sie ein nicht zu überwindendes Hindernis. Nicht nur, weil sie schwach auf den Beinen ist, sagt Gisela Keidel, sondern auch, weil der Rollator, ohne den sie sich gar nicht bewegen kann, sechs Kilo wiegt. Das Teil, das ihr durchs Leben hilft, wird in diesem Fall zur zusätzlichen Belastung. Sie könne den Rollator nicht die Treppen hoch- und runterschleppen. Auch mit dem Bus zum Römerkastell zu fahren, wo man, ohne einen Fahrstuhl benutzen zu müssen, in die Saarbahn steigen kann, sei eine Tortur. Nicht nur für sie selbst, hat Gisela Keidel beobachtet. Viele Menschen mit Krücken, Rollatoren oder Kinderwagen scheitern an der Treppe.

Die Saarbahn, sagt deren Sprecherin Sarah Schmitt, sei für den Defekt nicht zuständig. Der Bahnhof gehört der Deutschen Bahn AG. Die hat aber bisher nur einen Hinweis angebracht, dass der Aufzug defekt sei. In der Frankfurter Bahnzentrale heißt es auf SZ-Anfrage: Man warte auf ein Ersatzteil, entschuldige sich für die Unannehmlichkeiten und verspreche, den durch Vandalismus verursachten Schaden bald, vermutlich bis kommende Woche, zu reparieren.

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