Was tu' ich bloß bei Steinschlag?

Ein Verkehrsschild in Fechingen gibt SZ-Mitarbeiter Frank Bredel Tag für Tag Rätsel auf.

Meinung:
Was tu' ich bloß bei Steinschlag?

Auf dem Weg zur Arbeit sehe ich es jeden Tag: das Warnschild mit den fallenden Steinen. Seit mindestens 20 Jahren steht es da. In dieser Zeit habe ich nie Steine fallen sehen, lagen nie Brocken auf der Straße oder gar auf Autos. Trotzdem warnt es jeden Tag vor Steinschlag. Und jedes Mal, wenn ich vorbeifahre, überlege ich, was es mir zu sagen hat - dieses Schild mit dem offiziellen Namen "Zeichen 115". Wie verhält man sich, wenn man es sieht? Soll man bremsen, um nicht gegen Felsbrocken auf der Fahrbahn zu prallen, oder schneller fahren, um Steinen auszuweichen? Ist das Risiko, getroffen zu werden, größer, wenn man langsam fährt? Oder was? Soll ich die Strecke meiden? Lieber zu Fuß gehen? Dann aber mit Helm! Fakt ist: das Schild ist international. Und die es aufstellen, wissen auch nicht, was man idealerweise tut. Kein Gericht hat sich je mit diesem Schild beschäftigt. Wenn man sich eins kaufen will? Es kostet 24,45 Euro für die Variante "Steinschlag von links". Sammler nehmen "Steinschlag von rechts" gleich dazu. Wertvoll könnte es bald werden, denn seit 2013 wird es nicht mehr aufgestellt. In Fechingen steht noch eins. Vermutlich, bis es von einem Stein getroffen wird.