Viele kleine und große Ideen für Brebach

Der Verkehrsentwicklungsplan für Saarbrücken enthält keineswegs nur Vorschläge für die City. Die Autoren des Strategiepapieres haben auch in die Winkel der Stadtteile geschaut, um Dinge zu verändern. Das zeigte ein Info-Rundgang durch Brebach am Freitag.

90 Prozent der Brebacher Haushalte haben ein Auto, 17 Prozent fahren Bus, bei nur 55 Prozent steht auch ein Fahrrad in der Garage. Oder im Keller, weil diverse "Bedingungen" vielleicht nicht so sind, dass man es auch regelmäßig benutzen möchte. Keine Frage, Brebach ist ein vom Auto der Einwohner, aber auch der Pendler dominierter Bezirk. Bei einem Informations-Spaziergang zum demnächst erscheinenden Saarbrücker Verkehrsentwicklungsplan (VEP) am Freitagnachmittag blies den Teilnehmern der Fahrtwind der vorbei rauschenden Wagen in der Saarbrücker Straße regelrecht um die Ohren; bei Wortbeiträgen fügte man sich zu einer Art Gesprächskreis zusammen oder verzog sich hinter die Häuser . Vanessa Drumm-Merziger und Jürgen Meyer vom Verein Geographie ohne Grenzen schilderten bei dem 90-minütigen Rundgang im Auftrag der Landeshauptstadt Idee und Zustandekommen des VEP. Er versteht sich demnach als 15-jähriger Strategieplan, in dem verkehrliche Ziele und mögliche Veränderungen formuliert sind. Ausdrücklich nicht ist er eine Auflistung abzuarbeitender Projekte, sondern die Orientierung für die Mobilitäts- und Verkehrsentwicklung der Stadt. Was die Teilnehmer teilweise überraschte, war die Vielzahl von Anregungen für den Industriestadtteil. Die Verfasser des Planes hatten sich offenkundig überall umgesehen. Die Ideen reichen von anderen Ampelschaltungen über Fußgängerfurten und Zebrastreifen, eine "Sitzroute" mit Bänken am Straßenrand und auch eine andere "Sortierung" von Autoverkehr, Radverkehr, Parken und Fußgängerbedürfnissen in den Nebenstraßen. Vereinzelt wird Tempo 30 für gut befunden. Kopfschütteln herrschte in der Runde über eine eigentlich nicht zulässige Situation in der Scheidter Straße, wo drei Haustreppen den Gehweg in Beschlag nehmen. "Da kommt Planung an ihre Grenzen", sagte Meyer. Eine klare Lösung wäre der Ankauf und Abriss der Häuser - aber wird man je so viel Geld für vergleichsweise wenig Ertrag ausgeben wollen?

Besonders interessant für Brebach sind die eher großen Anregungen des Verkehrsentwicklungsplanes: eine weitere Saarbahn-Haltestelle Brebach Süd (2100 Nutzer erwartet), eine Erweiterung des Park & Ride-Platzes (der zu über hundert Prozent frequentiert ist), eine überörtliche Radwegeführung ("Radkomfortroute Leinpfad") oder die Anbindung an eine Schnellbuslinie.

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