Verwaltung will Stadtteil Brebach stärken

Ob der Westen Brebachs zum Sanierungsgebiet wird, soll eine Untersuchung vor Ort klären.

Wird der Brebacher Westen zum Sanierungsgebiet? Diese Frage ist noch offen. Aber der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Dienstag "vorbereitenden Untersuchungen" zugestimmt. Das Gebiet, um das es geht, umfasst unter anderem das "Brebacher Ohr" und die Saargemünder Straße sowie die Saarbrücker Straße. Zwar floss von 2001 bis 2015 nach Angaben der Verwaltung Geld aus dem Förderprogramm "Soziale Stadt" in den Stadtteil. Doch es sei nicht gelungen, Ladenschließungen in der Saarbrücker Straße zu verhindern. Auch für das "Brebacher Ohr", eine Fläche im Eigentum von St. Gobain, gibt es noch keine Lösung. Ein Investor will dort großflächig Einzelhandel und ein "Fachmarktzentrum" ansiedeln (die SZ berichtete). Das Land beharrt aber darauf, dass auf der Fläche Industrie, Gewerbe und Dienstleistungen Vorrang haben sollen, schreibt die Stadt in der Vorlage zur Stadtratssitzung. Außerdem gibt es große Differenzen zwischen dem Projektentwickler Hans-Josef Rogge und der Verwaltung. Eine Zusammenarbeit sei nicht mehr möglich, sagte Verwaltungsdezernent Jürgen Wohlfarth am 16. Dezember 2016 in der SZ. Baudezernent Heiko Lukas stellte klar, dass er kein Anhänger eines "Fachmarktzentrums" ist.

Nun will die Verwaltung unter anderem prüfen, wie die Nahversorgung verbessert werden kann, ohne bestehenden Geschäften zu schaden. Thema werde auch die Zukunft des "Brebacher Ohrs" sein. Drei bis vier Monate werde die Untersuchung dauern, sagte gestern ein Vertreter der Bauverwaltung. Dabei sollen auch die Hauseigentümer befragt werden.

Günter Karcher, baupolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion, sagte der SZ, er wolle erneut das Gespräch mit dem Projektentwickler Rogge suchen. Karcher würde die Ausweisung eines Sanierungsgebiets "Brebach-West" sehr unterstützen. Die Stadt übernehme dann Investitionen in Straßen und Plätze und könne mit Fördergeld rechnen. Auch Herrmann Hoffmann (CDU) begrüßte den Stadtratsbeschluss: "Wir haben uns zu lange mit dem Brebacher Ohr beschäftigt. Jetzt ist es wichtig, den Blick zu weiten." Die Untersuchungen kosten nach Angaben der Stadt 50 000 Euro, Geld im Haushalt stehe zur Verfügung.

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