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Konzepte in Saarbrücken
Kampf gegen Unwetter-Fluten in Bübingen

Land unter: Wie hier in Bübingen sah es nach dem Unwetter am 1. Juni in mehreren Saarbrücker Stadtteilen aus.
Land unter: Wie hier in Bübingen sah es nach dem Unwetter am 1. Juni in mehreren Saarbrücker Stadtteilen aus. FOTO: dpa / BeckerBredel
Brebach. Mit einem Konzept will die Stadt Saarbrücken die Folgen sintflutartiger Regenfälle minimieren. Die Bürger sollen beteiligt werden. Von Andreas Lang

Die Unwetter Anfang Juni hatten es in sich. Die sintflutartigen Regenfälle richteten in den Saarbrücker Stadtbezirken Halberg und Dudweiler gravierende Schäden an. Grund genug für die Bezirksräte, sich die Pläne des Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebs (ZKE) genau anzuschauen. Denn das städtische Unternehmen hat ein Konzept erstellt, um die Folgen solcher Unwetter zu minimieren.


So auch im Bezirk Halberg. Hier befassten sich die Lokalpolitiker ebenso damit. Insbesondere was die Bezirksteile Bübingen, Eschringen und Güdingen betrifft, die zuletzt am schlimmsten heimgesucht worden waren.

So erfasst der ZKE zuerst einmal für die Statistik Vorfälle, bei denen es zu Überschwemmungen kommt. Experten stellen auf dieser Basis Prognosen auf, in welchem zeitlichen Rhythmus dies sich wahrscheinlich wiederholen kann.



Meteorologen des Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach rechnen damit, dass solche Regenfälle wie im Juni im Schnitt alle 85 Jahre auftreten, berichtet ein ZKE-Mitarbeiter. Wie viele davon im Bezirk Halberg zuletzt betroffen waren, darüber sollen der Landeshauptstadt keine konkreten Zahlen vorliegen. Um schnell zu helfen, entsorgte der ZKE Sperrmüll und leerte übervolle Gruben vom Abwasser, alles kostenlos. Saarbrücken selbst bilanziert die Schäden durch das Unwetter auf 2,7 Millionen Euro. Diese seien der Landesregierung gemeldet worden.

Dem ZKE liegen bereits Angaben über jene Gebiete vor, die prinzipiell am meisten davon bedroht sind, überflutet zu werden. Dazu hatte die Stadt Saarbrücken gleich mehrere Studien in Auftrag gegeben.

Diese Erkenntnisse, hieß es, nutze der kommunale Entsorger ZKE, um jene Orte zu ermitteln, wo rasch Projekte zum Hochwasserschutz möglich sind. Die Verantwortlichen setzen außerdem auf eine Kooperation zwischen Zivilschutz, Bauhöfen und Unwetter-Betroffenen.

Was ist aber baulich drin, um im Fall extremer Regengüsse die Fluten abfließen zu lassen? Hier sehen die ZKE-Beauftragten zahlreiche Möglichkeiten. Zum Beispiel bei Straßen in Neubaugebieten: Mittelrinnen, Notfließwege, bepflanzte Hänge, die Wasser aufnehmen können und abrutschendes Gelände verhindern, gehören zu den Plänen.

Halbergs Bürgermeister Daniel Bollig (CDU) wies auf einen weiteren Punkt hin: Wo befinden sich in den gefährdeten Gebieten Trafostationen? Hier müsse der Entsorgungsbetrieb unterstützt werden, um die Standorte auf der Gefahrenkarte einzutragen. Krankenhäuser und Seniorenheime seien bei einem Stromausfall darauf angewiesen, sich eine Zeitlang selbst zu versorgen.