Wolfgang Gelff und sein Team sorgen für eine ordnungsgemäße Wahl in Brebach : Seit 50 Jahren ist er schon Wahlhelfer

Am frühen Nachmittag war viel los im Wahllokal in der Brebacher Turnhalle. Ein eingespieltes Team händigte die Wahlzettel aus und war am Abend bei der Auszählung der Stimmen gefordert.

Zwischen Mittagessen und Kaffeezeit ist der Andrang besonders groß im Festsaal der Turnhalle Brebach. Hier hat Wolfgang Gelff als Wahlvorstand mit seinem Team das Wahllokal eingerichtet, in dem er schon so manche Wahl erlebt hat. Seit 50 Jahren betätigt sich der 77-jährige Brebacher als Wahlhelfer und hat in dem Stadtteil schon in allen Wahllokalen geholfen: „Im Feuerwehrgerätehaus, im Gasthaus Michler hatten wir mal eins, in der Bücherei, auch im städtischen Kindergarten und schließlich hier in der Turnhalle“, blickt er zurück.

Seit 15 Jahren hat er als Vorsteher über den ordnungsgemäßen Ablauf der Wahl zu wachen. Selbst wer sich hier noch nicht auskennt, weiß sofort: Zuerst geht es an die Tischreihe, welche die Wahlhelfer auf der linken Seite aufgebaut haben. Den Weg dorthin zeigen zwei Pfeile auf dem Boden an. Von dort aus geht es in eine der fünf Wahlkabinen. Falls gerade eine frei ist, ansonsten können sich die Wähler in der Wartezone schon einmal in die Wahlzettel einlesen. Besonders auf dem zur Europawahl stehen besonders viele Parteien und noch mehr Namen drauf. Sind die Kreuzchen in der Kabine gemacht, werden an der zweiten Tischreihe noch einmal die persönlichen Daten abgeglichen, danach die gefalteten Stimmzettel in die Urnen geworfen. „Den grauen in die blaue Urne“, erklärt Wahlhelfer Fabian Spahin und zieht den entsprechenden Zettel zurück, der den Schlitz der Urne verdeckt. Die bunten Stimmzettel sind für die Kommunalwahl. Neben Bezirks-, Stadtrat und Regionalversammlung stehen dieses Mal auch Personenwahlen zu den Ämtern des Oberbürgermeisters und des Regionalverbandsdirektors an. „Die bunten also in die graue Urne“, sagt Spahin freundlich. Der Umgang miteinander im Wahllokal ist herzlich. Gelff begrüßt viele Wähler mit Handschlag. Persönliche Bekanntschaften, die zum Teil über Jahrzehnte gewachsen sind.

Auch im Wahlhelferteam pflegt er den Teamgeist. Und so gilt auch für Neuling Nohan Ilbay: „Ich bin der Wolfgang, wir sind hier alle per du.“ Froh ist Gelff, dass er im Vorfeld nicht mehr so viel zu schleppen hatte. „Nur noch die Schriftbücher, die Listen und die neu gedruckten Wahlscheine, der Rest war schon da.“ Auch die blaue Urne zur Europawahl, die wegen ihres Aussehens unweigerlich an eine blaue Altpapiertonne erinnert. Was auch einigen Wählern auffällt, die die das oft witzig kommentieren. In zwei Schichten hat Gelff sein Team aufgeteilt, um die Mittagszeit ist Schichtwechsel. Er selbst gönnt sich nur eine Mittagspause - und eventuell einen Abstecher zum Fußball. ''Lokalderby an der Oberen Saar: Auersmacher hier bei uns in Brebach.“ Es ging um die Meisterschaft in der Saarlandliga. Pünktlich um 18 Uhr war er gewiss zurück. Dann ist die Abstimmung beendet und das Wahllokal wird kurz formell geschlossen. Um dann wenig später wieder zu öffnen, denn die folgende Auszählung ist öffentlich. „Davon machten in der Vergangenheit nur wenige Gebrauch“, sagt Gelff. Unter anderem habe das eine Zeit lang ein in der Nähe wohnender Grundschullehrer mit seinen Kindern getan. Demokratie-Unterricht direkt an der Basis, sozusagen. Mit fast 80 Jahren denkt er als Wahlvorstand so langsam ans Aufhören: „Ich glaube nach der Wahl ist dann mal Schluss, dann sollen mal die Jüngeren ran.“ Zeitvertreib hat er jedenfalls genug. Die Familie spielt eine große Rolle, dem Ortsverband Brebach-Fechingen der Arbeiterwohlfahrt steht er noch vor. Neben dem Fußball begeistert er sich für das Kochen im Männer-Kochclub und für das Skifahren.

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