| 21:01 Uhr

Halberg Brebach erwartet FC Homburg II
Arand hat noch einmal Lust auf die Oberliga

Brebachs Sascha Arand (vorne), hier gegen Köllerbachs Meriton Mehmeti (links) und Mike Seewald, kann sich einen Wechsel nicht mehr vorstellen.
Brebachs Sascha Arand (vorne), hier gegen Köllerbachs Meriton Mehmeti (links) und Mike Seewald, kann sich einen Wechsel nicht mehr vorstellen. FOTO: rup
Brebach. Der Routinier steht mit Fußball-Saarlandligist SC Halberg Brebach „jetzt schon gehörig unter Druck“. Von David Benedyczuk

„Wir stehen schlechter da, als wir sind“, erklärt Sascha Arand vom Fußball-Saarlandligisten SC Brebach. Sechs Punkte holte die Mannschaft von Trainer Martin Peter aus sechs Spielen. Dabei habe sie bis auf die 1:4-Heimniederlage zum Saisonauftakt gegen die SV Elversberg II „eigentlich richtig gute Auftritte“ gezeigt, sagt der Defensivspieler. Der 34-Jährige ergänzt aber: „Es wäre wichtig, statt 80 mal 90 Minuten gut zu spielen.“ Damit spielt er auf viele späte Gegentore an, die zu drei weiteren Niederlagen führten.


Arand kritisiert aber auch, dass Schiedsrichter teilweise eine unglückliche Rolle gespielt haben – seit jenen turbulenten Ereignissen im Heimspiel gegen die SF Köllerbach: Damals zeigte der Unparteiische Dominik Spang drei Brebachern Rot. Der SC Halberg verlor das Spiel durch ein Tor von Sascha Fess in der 81. Minute mit 1:2. Nach dem Abpfiff kochten die Emotionen hoch. Eeine „Münzwurf-Attacke“ gegen Spang war der unrühmliche Höhepunkt: „Das geht gar nicht“, sagt Arand, bezieht aber das Verhalten der Schiedsrichter in die Kritik mit ein: „Ich habe das Gefühl, dass wir seitdem benachteiligt werden. Ich bin selbst fast 20 Jahre Schiedsrichter und weiß, dass sich solche Vorfälle herumsprechen.“

Als Beispiel nennt Arand die Partie bei Meister TuS Herrensohr, dass seine Mannschaft erneut durch einen späten Gegentreffer verlor. „Weil einer in mich reinläuft und dafür einen Elfmeter bekommt“, sagt Arand zur Vorgeschichte des 1:2 durch Marc Hümbert in der 82. Minute. Und auch bei der FSG Ottweiler-Steinbach unterlagen die Brebacher mit 1:2. „Da geht Steinbachs 1:1 ein klares Foul voraus“, moniert Arand: „Ich fühle mich ein bisschen wie der SC Freiburg letzte Saison.“ Der Bundesligist war auch durch unglückliche Entscheidungenin akute Abstiegsnot geraten.



Das könnte auch dem SC Halberg drohen. „Wir stehen jetzt schon gehörig unter Druck, weil die Erwartungen in Brebach generell hoch sind“, sagt Arand vor dem Heimspiel an diesem Samstag um 15 Uhr gegen den FC Homburg II, der als Tabellenelfter einen Punkt mehr hat. „Wir müssen aufpassen. Es kann schnell gehen, dass man plötzlich im Abstiegskampf steckt – und das ist nix Schönes“, weiß er aus eigener Erfahrung.

Viel lieber würde Arand um den Titel spielen – so wie mit seinen zwei „Vereinen des Herzens“: 2009 holte er mit dem SV Auersmacher den Titel, 2012 mit Brebach. „Der erste Titel mit Auersmacher war etwas ganz Besonderes – alleine, weil dort das Dorf komplett hinter dem Verein steht. Brebach war natürlich auch schön, zumal es beim Wechsel aus Auersmacher Querelen gab, und wir am vorletzten Spieltag in Auersmacher die Meisterschaft perfekt machten – das war irgendwo eine Genugtuung“, erinnert sich Arand. Speziell von den MeisterTrainern – Lars Birster beim SVA und Bernd Eichmann in Brebach – habe er „unheimlich viel gelernt“. Ebenso von seinem neuen Trainer Martin Peter. „Er bietet ein sehr gutes Training. Da kann ich trotz meines hohen Alters noch viel mitnehmen“, lobt Arand – und sieht sich perspektivisch selbst auf dem Trainerstuhl. „Das ist definitiv eine Option. Ich habe den Trainerschein ja nicht umsonst gemacht“, sagt er, will sich aber Zeit lassen: „So lange ich mich fit fühle, möchte ich weiter .“ Ein Vereinswechsel sei aber kein Thema mehr: „Das kann ich mir gar nicht vorstellen.“

Von Brebachs Rückkehr in die Erfolgsspur ist Arand überzeugt. Nach dem Umbruch im Sommer hält er es aber für unwahrscheinlich, dass der SC weit oben in der Tabelle anklopft – perspektivisch aber sei das durchaus ein Ziel. „Meine Frau würde mir zwar den Hals umdrehen – aber es wäre ein Traum, nochmal ein Jahr Oberliga zu spielen“, sagt Arand, der dankbar ist, dass seine Frau Nicole ihm nach der Geburt von Tochter Lena den Rücken freihält.