Neues Bündnis hilft Brebachs Senioren

Sie haben Brebach mitgeprägt und viel für den Stadtteil getan. Da wäre es schade, wenn Senioren wegziehen, weil sie den Alltag nicht mehr bewältigen. Ein dichtes Netz aus erfahrenen Helfern soll das verhindern.

Die Gemeinwesenarbeit (GWA) Brebach hat ihr Modellprojekt "Wir bleiben daheim - Wohnen im Verbund zuhause und mitten im Stadtteil" vorgestellt. Sie bietet es an mit dem Diakonischen Werk an der Saar. Mit ihrem seit gut 15 Jahren geknüpften Kontaktnetz will die Gemeinwesenarbeit dafür sorgen, dass alte Menschen dem Stadtteil erhalten bleiben. Auch wenn sie mehr Unterstützung brauchen, sollen Brebachs Senioren nicht umziehen müssen, sondern weiter im vertrauten Umfeld leben. So lange wie möglich. "Der Anteil der Über-60-Jährigen ist deutlich gestiegen. Bei uns in Brebach sogar etwas mehr als im Stadt-Durchschnitt", sagt GWA-Bereichsleiterin Ulli Heß im Pressegespräch. Das Bürgerzentrum der GWA arbeitet schon lange generationen- und kulturübergreifend. Jetzt will die GWA dafür sorgen, dass Organisationen an einem Strang ziehen - und nicht nebeneinanderher arbeiten. Die alten Brebacher sollen Wissen und Angebote ganz einfach abrufen können. Und sich nicht den Kopf zerbrechen müssen, wer denn bitteschön gerade für dieses oder jenes Anliegen zuständig ist. "Wir wollen neue, marktfähige Angebotspakete, die unterstützungsbedürftige Menschen und Angehörige nach Bedarf abrufen können."

Ganz Brebach profitiert

Ein Beispiel ist "Betreutes Wohnen zuhause". Dafür arbeiten Pflegedienste, Hausnotruf-Anbieter, Ehrenamtliche, Händler, Handwerker, Vereine und Menschen aus den Brebacher Kirchengemeinden zusammen. Projektmitarbeiterin Dagmar Schackmann stimmt die Angebote aufeinander ab. An sie kann sich jeder wenden, der sich für das betreute Wohnen in vertrauter Umgebung interessiert.

Ebenso ist sie die Ansprechpartnerin für Dienstleister aus Brebach , die etwas für Senioren anbieten möchten. "Ein solches Verbundsystem verbessert nicht nur die Infrastruktur und die Wahlmöglichkeiten für alte Menschen, sondern kann auch zur Wertschöpfung im gesamten Stadtteil beitragen", sagt Diakonie-Pfarrer Wolfgang Biehl über die Vorteile des Modells. "Wir bleiben daheim" wirkt so überzeugend, dass das Modell Förderer fand. Für drei Jahre gibt es Zuschüsse vom Spitzenverband der Kranken- und Pflegekassen, von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), vom saarländischen Sozialministerium und von der Stadt Saarbrücken.

Die GKV unterstützt in ihrem Modellprogramm zur Weiterentwicklung neuer Wohnformen 40 Projekte in der ganzen Bundesrepublik. Das Brebacher Modell "Wir bleiben daheim" ist den Anbietern zufolge das einzige geförderte Projekt im Saarland.

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