Musiker leisteten Teamarbeit fürs zweitägige Fest

Der ganze Musikverein Saarbrücken-Brebach packte in diesem Jahr wieder beim Musikfest an. Für Besucher und Kapellen baute er Stände und eine Bühne auf. Doch offenbar wird es bald das letzte Fest im Stadtteil sein.

Als die Gäste am lauen Samstagabend zum Musikfest des Musikvereins Saarbrücken-Brebach auf den katholischen Kirchplatz in Brebach kommen, haben die Ehrenamtlichen des Vereins alles bestens vorbereitet. Alles ist gerichtet, um den Ketscher Hewwlgugglern, einer von insgesamt neun Kapellen am Festwochenende, bei einem kühlen Bier zu lauschen. Biertischgarnituren und Stände aufbauen - das ist seit Jahren eine der Standardaufgaben des 60 Mitglieder starken Vereins. "Der Vorstand organisiert alles in Teamarbeit, jeder kümmert sich um sein Ressort, und wenn es dann ans Schaffen geht, dann packt der ganze Verein mit an", berichtet der Vorsitzende Klaus Ziemann. Schließlich sieht man sich als Vereins-Familie, da mag er auch keinen hervorheben. Sogar eine kleine Bühne haben sie improvisiert. Mit ein paar Zaunelementen und dem rot-weißen Fallschirm als Dach, Sonnenschutz und Blickfang. Erfahrene Festveranstalter sind sie, die Männer und Frauen des Musikvereins.

In den meisten der inzwischen 33 Jahre, die der Verein besteht, haben sie im Stadtteil gefeiert. Zuerst am Alten Werk, dann auf dem Festplatz an der Turnhalle, gelegentlich auch im Wechsel zwischen beiden Veranstaltungsorten. Und jetzt eben zum dritten Mal in Folge an der katholischen Kirche. Ziemann: "Da es allem Anschein nach auch demnächst das Brebacher Fest nicht mehr geben wird, veranstalten wir das einzige Fest im Stadtteil." Schon seit Jahren ist der Musikverein der einzige Brebacher Einzelverein, der noch ein zweitägiges Fest organisiert und durchführt. Und dabei auch noch Gutes im Sinn hat. "Wir haben noch immer einen Großteil der Erlöse gespendet, zuletzt an das Integrationsschulprojekt unserer Wiedheckschule, Klasse 2000."

Weit zermürbender als die körperliche Arbeit vor dem Fest sind offenbar die bürokratischen Hürden, wie Ziemann berichtet: "Da gibt es immer mehr Auflagen und immer weniger Unterstützung." So hätte der Musikverein gerne weiter die Brebacher Kirmes an der Sporthalle unterstützt. Wegen verschiedener Probleme war das aber nicht mehr zu machen, wie Ziemann berichtet: "Es war da nicht so einfach, einen Toilettenwagen aufzustellen." Und ein totales Durchfahrverbot des Festbereichs habe ihm die Verwaltung auch nicht zusichern wollen. Die Anlieger hätten Durchfahrrecht genossen - und das wurde dem Vorsitzenden zu heiß: "Schließlich halte ich den Kopf hin, wenn was passiert." Am wenige Jahre alten Kirchplatz, der extra auch für solche Feste gebaut wurde, seien die Voraussetzungen aber besser. Bleibt mehr Zeit, sich um Freunde zu kümmern: "Den Hewwlgugglern haben wir ein ehemaliges Schreibwarengeschäft in der Nähe als Übernachtungsmöglichkeit eingerichtet." Wichtige Vorbereitungsarbeit für das eigene Fest sind auch gut 40 Konzertreisen im Jahr. "Spielen wir bei denen, spielen die auch bei uns", sagt Ziemann. Und sein Dirigent Gaetano Clacagno merkt an: "Mit 40 Auftritten treten wir noch kurz, vor Jahren waren es noch viel mehr."