Die Anwohner wollen Anti-Raser-Buckel

Rund 85 000 Euro soll es kosten, wenn die Stadt die Brebacher Riesenstraße mit Buckeln verkehrsberuhigt. Die Anwohner sind dafür, denn es stört sie, dass Autos teilweise mit 66 Stundenkilometern durch die 30er Zone rauschen – vorbei an Kinderhaus und Spielplatz.

Ziemlich genau 13 Monate, nachdem die Brebacher beim damals letzten Stadtteilforum im Rahmen des Projektes "Soziale Stadt" lebhaft diskutierten, war am Dienstag bei der Nachfolgeveranstaltung des Forums im Stadtteilbüro einmal mehr die Verkehrsberuhigung in der Riesenstraße Thema. Die Riesenstraße ist für viele Autofahrer beliebte Abkürzung aus der Saargemünder in die Saarbrücker Straße, weil sie nicht nur ein paar Meter Weg, sondern auch eine Ampel sparen. Besonders wenn die Frühschicht zum Arbeitsbeginn bei den großen Firmen im Umfeld der Straße kommt, bezeichnen die Anwohner die Situation als unerträglich. Nach wie vor würde Stadtplaner Christof Kreis dem Problem am liebsten mit "Aufpflasterungen" begegnen: Das sind acht Zentimeter hohe Buckel, wo die Autofahrer erfahrungsgemäß meist sehr vorsichtig rauf- und runterfahren. Und das viermal im Verlauf der Riesenstraße.

Waren die Anwohner vor gut einem Jahr noch strikt dagegen, diskutierten sie in der jüngsten Versammlung fast nur noch über diese Variante.

Kreis erläuterte auch die Möglichkeit zur radikalen Veränderung der Verkehrsregelung - Zufahrt in die Riesenstraße nur noch über die Zwergstraße, Ausfahrt nur noch in die Saarbrücker Straße, Sackgasse und Wendehammer in Richtung Saargemünder Straße. Aber diese Idee spielte bei der Versammlung keine Rolle mehr.

Übers Jahr hat es eine Verkehrszählung in der Riesenstraße gegeben. 600 Autos passieren die Straße täglich - nicht besonders viel, wie die Stadtplaner meinen. Selbst dann, wenn sich ein Großteil dieser Fahrzeuge auf wenige Spitzenzeiten konzentriert. Problem sei vielmehr die überhöhte Geschwindigkeit. 66 Stundenkilometer in der 30er Zone - Anwohner vermuten, dass etliche noch schneller unterwegs sind -, das sei doch eindeutig zu schnell, so die einhellige Meinung.

Die Buckel auf der Riesenstraße sollen Autofahrern den Anreiz nehmen, über die Riesenstraße abzukürzen. Die Buckel sollen auf Anregung aus dem Forum glatt sein, um Fahrgeräusche zu vermeiden. Es geht den Anwohnern aber nicht nur um den Lärm. "Wir haben ja noch den Kinderspielplatz und das Kinderhaus in der Riesenstraße", mahnte Philippo Calcagno.

Im Forum hörte auch Bezirksbürgermeister Daniel Bollig aufmerksam zu. Er wird das Votum für die Buckel-Piste mit in seinen Rat nehmen. Wie er im Forum mitteilte, werde der Rat aber erst in seiner März-Sitzung darüber beraten. Weiter müsse der Bau-Ausschuss des Stadtrates noch darüber beraten.

Da sich die Brebacher aber für die von der Verwaltung bevorzugte und mit 85 000 Euro (gegenüber der Wendehammerlösung für 120 000 Euro ) auch günstigere Variante entschieden haben, stehen die Chancen gut, dass die Kommunalpolitiker dem Votum des Forums folgen. Dann könnte die Riesenstraße bereits zum Jahresende ganz anders aussehen.