| 20:10 Uhr

Theater im Viertel
Das Labyrinth der Beziehungen

St. Johann. Joana und Valentin haben sich eigentlich nichts mehr zu sagen. Die Stimmung im Raum der Paartherapeutin: eisig. Aber Joana hat eine ganze Menge über Valentin zu sagen, und der muss sich verteidigen und schießt treffsicher zurück. Doch da Joana immer schon vorher weiß, was ihr Ehemann sagen will, sorgt sie mit einem Redeschwall dafür, dass er oft gar nicht erst zu Wort kommt.

Die bekannten Klischees von Frauen, die nicht zuhören und ständig reden, von Männern, die nicht zu Wort kommen, von Seitensprüngen und der Reue darüber, von Therapeuten, die ihrer Klientel nicht gewachsen sind, sie alle werden in dem Stück „Die Wunderübung“ von Daniel Glattauer genüsslich aufgefächert. Die Therapeutin versucht, mit Übungen und Tricks das Eis zu brechen - vergeblich. Erst als sie selbst durch einen Anruf ihres Gatten aus dem Gleichgewicht geworfen wird, taut die harte Kruste auf, denn plötzlich wenden sich alle dem wesentlich interessanteren Ehedrama der Paartherapeutin zu. Köstlich, feinfühlend ironisch und fast zärtlich, aber auf jeden Fall mit viel Sympathie, führt Daniel Glattauer wieder einmal ins Labyrinth zwischenmenschlicher Beziehung. Das Stück mit Gabriele Bernstein, Miriam Gwosdz und Klaus-Dieter Hofmann ist von Donnerstag bis Samstag, jeweils 19.30 Uhr, im Theater im Viertel zu sehen.


Am Sonntag folgt um 17 Uhr die Lesung „Doch Liebe, die muss frei sein“ - Gedichte der Kaiserin Elisabeth von Österreich. Sie tritt in ihren Gedichten als Möwe oder Feenkönigin Titania auf. „Sisis“ Gedichte sind satirisch, spöttisch, aber auch sehnsuchtsvoll und geben Einblick in ihr Seelenleben. Kaiserin Elisabeth sorgte dafür, dass ihre Gedichte in der Schweiz verwahrt und erst im 20. Jahrhundert veröffentlicht werden durften. Die Schauspielerin Michaela Auinger liest und berichtet aus dem Leben einer Frau, die ihrer Zeit voraus war.

Karten: Tel. (0681) 3904602 oder karten@dastiv.de