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Beim ASB engagieren sich viele Ehrenamtliche im Rettungsdienst.

Arbeiter-Samariter-Bund Saarbrücken : Ständig im Einsatz, um anderen zu helfen

Beim Arbeiter-Samariter-Bund engagieren sich Ehrenamtliche im Rettungsdienst. Sie machen nicht nur positive Erfahrungen.

Fast 100 Jahre muss man zurückgehen, um die Wurzeln des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) im Saarland zu finden. Im Jahr 1922 wurde mit dem Ortsverband (OV) Saarbrücken die erste Samariterkolonne im damaligen Saargebiet gegründet. Nachdem der gesamte ASB in der Zeit des Nationalsozialismus verboten wurde, erfolgte im Jahr 1969 die Neugründung des OV Saarbrücken. Er ist allerdings kein eigenständiger Verein, sondern heute Teil des ASB-Landesverbands.

Seit seinen Ursprüngen erstreckt sich das Tätigkeitsfeld auf unterschiedliche Bereiche. „Zu unseren Aufgabenfeldern zählen neben der Breiten- und Rettungsdienstausbildung auch der Sanitätsdienst und durch die Arbeiter-Samariter-Jugend auch die Jugendarbeit“, sagt Dennis Müller, der zusammen mit einer Kollegin und einem Kollegen hauptamtlich im OV arbeitet. Zusätzlich dazu sind noch zwei Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst Teil des Teams. Nicht zuletzt bilden jedoch die rund 4600 Mitglieder das Rückgrat des ASB in Saarbrücken. Jedoch ist nur ein Teil davon aktiv im OV tätig. „Rund 80 bis 100 Mitglieder sorgen durch ihre ehrenamtliche Arbeit dafür, dass wir unsere Aufgaben erfüllen können“, sagt der ehrenamtliche  Vorsitzende, Jan Schneider.

Die Breitenausbildung in den Erste-Hilfe-Kursen stellt einen wesentlichen Teil der ASB-Arbeit dar. „Wir bieten neben den Kursen für Führerscheinanwärter oder betriebliche Ersthelfer auch spezialisierte Schulungen an“, erklärt Schneider, der bereits seit Jahren beim ASB engagiert ist. So gebe es beispielsweise einen Kurs für Erste-Hilfe bei Kindernotfällen.

Des Weiteren stellt der ASB Saarbrücken bei zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen den Sanitätsdienst und sorgt mit seiner Arbeit dafür, dass diese stattfinden können. Gerade aus diesen beiden Feldern stammt auch ein Teil der Einnahmen, mit denen der OV seine Arbeit finanziert. Daher hatte der durch die Corona-Krise bedingte Ausfall vieler Kurse und Sanitätsdienste auch für den ASB durchaus spürbare Auswirkungen.

„Von März bis Anfang Juni konnten wir keine Kurse durchführen und erst danach wieder schrittweise unter Einhaltung der Hygieneauflagen beginnen“, berichtet der 27-jährige Schneider. Die Sanitätsdienste fielen bis heute noch größtenteils weg. Dies hat den OV auch finanziell getroffen. „Wir mussten an unsere Rücklagen gehen, um die Einnahmeausfälle zu kompensieren und die Ausgaben decken zu können“, sagt Schneider.

Zudem war die Rettungsdienstaus- und -fortbildung des ASB in seinen Räumen in Brebach ebenfalls betroffen. In diesem Bereich bietet der Arbeiter-Samariter-Bund die Ausbildung zum Rettungshelfer/-sanitäter und Fortbildungsmaßnahmen an. Auch hier sorgten zahlreiche Kursausfälle für Schwierigkeiten, da auch diese Einnahmen wegfielen. „Ein erneuter Lockdown könnte uns wirklich in Schieflage bringen“, ergänzt er.

Auch die Aktivitäten der Arbeiter-Samariter-Jugend (ASJ) konnten ebenfalls erst ab Juni wieder beginnen. „Unsere Treffen konnten fast drei Monate lang nicht stattfinden,  und auch der bundesweite ASJ-Wettkampf in Regensburg musste abgesagt werden“, sagt Anastasia Lesnikov, Mitglied des Jugendvorstands des OV. In der ASJ Saarbrücken werden rund 40 Jugendliche an den Rettungsdienst herangeführt. Doch auch der Spaß an der Gemeinschaft und Aktivitäten in der Freizeit nehmen einen großen Platz ein. „Die Jugendlichen kommen hauptsächlich über die Ausbildung zum Schulsanitäter mit dem ASB in Kontakt und es bleiben immer wieder Jugendliche mit dabei“, berichtet die 21-Jährige, die selbst 2012 so den Weg zum ASB fand. Sie habe sich damals direkt wohlgefühlt und der OV sei mittlerweile zu einer Art zweiter Familie geworden. „Es ist eine Mischung aus Interesse am Rettungsdienst und dem Spaß daran, ehrenamtlich Menschen helfen zu können“, beschreibt sie ihre Motivation. Die ehrenamtliche Arbeit sei auch ein Stück weit zur Leidenschaft geworden und es sei immer wieder schön zu sehen, dass man helfen könne, fügt Jan Schneider hinzu.

Bei aller Freude an der Tätigkeit registrieren sie eine zunehmende Respektlosigkeit gegenüber Rettungsdiensten. „Die negativen Vorfälle haben leider zugenommen“, berichtet Dennis Müller. Von abfälligen Kommentaren bis hin zu körperlichen Übergriffen sei alles vertreten. „Doch es gibt auch viele schöne Momente, in denen uns Menschen ein Lachen schenken und uns etwas für unsere Arbeit zurückgeben“, betont Anastasia Lesnikov.

Es wird jedoch immer mehr zu einer Herausforderung, gerade junge Leute für die ehrenamtliche Arbeit zu begeistern. „Die Zahl der Mitglieder ist in den letzten Jahren zurückgegangen“, sagt Dennis Müller. Die aktiv engagierten Helfer sind aber konstant geblieben. „Es gibt kleine Aufs und Abs, doch insgesamt ist es gleichbleibend“, sagt Jan Schneider, „aber wir freuen uns natürlich über jeden, der sich ehrenamtlich einbringen möchte“.

www.asb-saarland.de/asb-standorte/asb-ortsverband-saarbrucken