Kostenpflichtiger Inhalt: Lange Wartezeiten : Schranke in Brebach sorgt für Frust

Oft müssen Auto- und Radfahrer an einem Bahnübergang im Stadtteil Brebach sehr lange warten, bis sie diesen überqueren dürfen. Eine Besserung ist noch nicht in Sicht. Aber Radler dürfen auf eine Ausweichroute hoffen.

Der Bahnübergang mit Schranken in der Straße An der alten Fähre in Brebach verlangt den Autofahrern viel Geduld ab. Natürlich schließt die Schranke bei jedem Zug, der vorbeikommt. Das bietet Sicherheit. Allerdings schließt die Schranke sehr früh und öffnet sich häufig nicht mehr, bevor auch der Gegenzug in der anderen Richtung den Übergang passiert hat.

Und noch etwas kommt hinzu: Am nahe gelegenen Brebacher Bahnhof werden die Saarbahnzüge gewartet. Die Wartungshalle hat mehrere Gleise. Wenn die Saarbahnwagen ein- und ausfahren oder das Wartungsgleis wechseln, schließt die Schranke ebenfalls. So kommt es, dass im Extremfall bis zu 15 Minuten niemand den Bahnübergang passieren kann. Bis zu fünf Minuten sind es regelmäßig.

Autofahrern, Fußgängern und Radfahrern ist das Warten lästig.  Den verantwortlichen Stellen ist das Problem bekannt. „Unsere Abteilung für Infrastruktur hat uns informiert, dass uns Beschwerden wegen der Schließzeiten erreichen“, sagt Sabine Ramge-Wein von der Pressestelle der Saarbrücker Stadtwerke. Allerdings sei für die Schranken die Deutsche Bahn verantwortlich. Dort reagierte die Pressestelle in Frankfurt auf SZ-Anfrage und schickte einen Leitfaden zum Thema „Bahnübergänge“. Außerdem müsse man wissen, wann sich die Schranke schließe, damit man nachforschen könne: „Es wäre leichter für die interne Recherche, wenn Sie genauere Angaben hätten (Datum Uhrzeit Dauer) zu „häufigem geschlossen sein“, schrieb Sylvia Wagner von der Pressestelle der Deutschen Bahn. Das Problem liegt aber genau darin, dass man gar nicht weiß, wann die Schranken schließen, da der Rangierbetrieb nicht nach Fahrplan verläuft.

Die Schranke ist ein Ärgernis. Dieser Meinung ist auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) im Saarland. Dessen Sprecher Thomas Fläschner kennt die Beschwerden. Der Bahnübergang behindere die Nutzung der Radwegeverbindung zwischen St. Arnual und den Stadtteilen Brebach, Fechingen und Bischmisheim. Aber es gebe eine denkbare Alternative. Die sei momentan verwildert. Über den nur noch wenig genutzten Parkplatz von Saint Gobain könnten Radler unweit des Bahnübergangs eine verwaiste Unterführung erreichen, erklärt Fläschner. Diese sei momentan noch im Besitz der Firma und nicht für den allgemeinen Verkehr frei. Der ADFC wisse jedoch, dass die Stadtverwaltung neue Pläne habe, das Gelände des Parkplatzes städtebaulich zu entwickeln. „Spätestens dann sollte man sich an diese Unterführung erinnern. Man hätte dann einen barrierefreien Radweg von den St. Arnualer Wiesen bis nach Brebach, mit vertretbarem Aufwand. Nur die Wegfläche muss etwas befestigt werden“, meinte Fläschner.

Wenn diese Unterführung offiziell freigegeben werden würde, könnten Fußgänger und Radfahrer sie nutzen. Foto: BeckerBredel

Die Stadtwerke finden diese Anregung nicht schlecht. „Aus Sicht der Fußgänger und Radfahrer, die häufig den Bahnübergang nutzen, wäre eine Unterführung wahrscheinlich von Interesse“, sagt Ramge-Wein. Michaela Kakuk von der Pressestelle der Stadt Saarbrücken stimmt zu: „Der Vorschlag, eine entsprechende alternative Radwegverbindung über den Halberger Hüttenparkplatz zu schaffen, ist der Stadtverwaltung bekannt. Sie hat ihn geprüft und bewertet ihn positiv. Ob und wie er sich realisieren lassen könnte, hängt davon ab, ob es eine Möglichkeit gibt, das Privatgelände dafür zu nutzen und wie sich die Planungen für das ‚Brebacher Ohr’ gestalten werden.“ Mit „Brebacher Ohr“ ist die auf Luftbildern halbrund und damit wie ein Ohr aussehende Hüttenfläche gemeint. Die Stadt plant dort eine neue Bebauung. Stadtwerke, Stadtverwaltung und ADFC sehen darin eine Chance, die Saarwiesen und damit auch den Leinpfad barrierefrei anzubinden.

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