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Großeinsatz in der City
Brand-Alarm von der Berliner Promenade

Die Feuerwehr Saarbrücken war gestern Abend auf der Berliner Promenade im Einsatz (Symbolbild).
Die Feuerwehr Saarbrücken war gestern Abend auf der Berliner Promenade im Einsatz (Symbolbild). FOTO: dpa / Carsten Rehder
Saarbrücken. Ein Brand-Alarm von der Berliner Promenade ist ein Fall für jeden, der bei der Saarbrücker Berufsfeuerwehr gerade Dienst auf den beiden Wachen hat. Dann heißt es ausrücken. Und hoffen, dass es nicht zum Schlimmsten kommt. Am Dienstagabend war es soweit. Von Frank Kohler

Brand an der Berliner Promenade: Wenn dichter Rauch über die Flaniermeile und die Wilhelm-Heinrich-Brücke hinwegzieht, wenn Zeugen gar Flammen aus einem Abluftkamin schlagen sehen, dann jagt in der Haupteinsatzzentrale (HEZ) der Feuerwehr Saarbrücken am Hessenweg ein Notruf den andern.


Die HEZ schickt ein Großaufgebot an Löschkräften raus. Beide Löschzüge der Berufsfeuerwehr. Plus ein Fahrzeug des Löschbezirks St. Johann. So viel, wie vorerst nötig scheint, sobald eine der großen Innenstadt-Häuserzeilen das Ziel ist. Hunderte Augenzeugen bewegt an diesem prächtigen Frühlingsabend die Frage: Was ist da los?



Schließlich bleibt der Großbrand in der gegenüberliegenden Saaruferstraße vom 3. Dezember 2017 mit vier Toten und 20 Verletzten noch lange im Gedächtnis vieler Saarbrücker gespeichert.

Am Dienstagabend erweist sich der Anlass für den Alarm zum Glück als unspektakulär. Aber das müssen Einsatzleiter Michael Seifert und seine Leute erst mal rausfinden. „Als wir eintrafen, waren keine Flammen mehr zu sehen. Der dichte Rauch hatte sich verzogen, aber der Geruch nach etwas Verbranntem war noch wahrnehmbar.“ Entströmt ist dieser Mief dem Edelstahl-Abluftkamin eines Holzkohlegrills. Dorthin fährt der Drehleiterwagen von der Seite zur Luisenbrücke. Auf der anderen Seite der Promenade stehen weitere Einsatzkräfte bereit.

Ob sie ran müssen, hängt jetzt davon ab, war mit dem Abluftkamin los ist. Feuerwehrleute nehmen ihn auf der Drehleiter von oben genau in Augenschein. Er ist noch stark aufgeheizt. Aber Flammen? Nein. Drinnen suchen Kollegen mit einer Wärmebildkamera nach versteckten Brandnestern, die noch nach Stunden wieder hell auflodern könnten. Fehlanzeige. Aufatmen. Aber noch ist der Einsatz für Michael Seifert und sein Team nicht beendet. Sie benachrichtigen den Bezirksschornsteinfegermeister. Erst sobald der Fachmann sich die Abluftanlage angeschaut hat, darf der Grill wieder in Betrieb gehen. Michael Seifert kann mit seinen Leuten abrücken. Froh, dass es glimpflich abging. Aber: „Wir waren auf alles vorbereitet.“