Bischof Gasatura aus Ruanda zu Gast bei Partnern in Saarbrücken

Hoher Vertreter der Anglikanischen Kirche fliegt ein : Bischof aus Afrika besucht Saarbrücken

Rüdiger und Karin Burkart aus Herrensohr betreuen Partnerschaft des Kirchenkreises Saar-Ost mit Diözese in Ruanda.

Am Samstagmorgen macht sich Rüdiger Burkart aus Herrensohr auf den Weg zum Luxemburger Flughafen. Dort landet gegen 10 Uhr eine Delegation aus Afrika, die Burkart mit einem Kleinbus zu ihrer Unterkunft in der Jugendherberge am Saarbrücker Meerwiesertalweg chauffieren wird. Burkart engagiert sich im Evangelischen Kirchenkreis Saar-Ost im Arbeitskreis Ökumene und Weltmission.

Genauer gesagt kümmert sich der 71-Jährige um die Partnerschaft, die der Kirchenkreis  seit 1985 mit der Diözese Butare der Anglikanischen Kirche im zentralafrikanischen Ruanda pflegt. Von dort kommen die fünf Gäste, die nun für eine Woche das Saarland besuchen: Bischof Nathan Gasatura, seine Ehefrau Florence, Pastor Lambert Kalisa (Sekretär der Diözese), Pastor Jean Baptiste Havugimana (Direktor der Sekundarschule in Gikonko) und Jeanne Nyirakamana (Diözesankoordinatorin für Trauma-Heilung und für Beratung).

„Bei diesem Besuch sollen der Ende vergangenen Jahres um fünf Jahre verlängerte Partnerschaftsvertrag unterzeichnet und Gespräche zu einer möglichen Weiterentwicklung der Partnerschaft geführt werden“, betont Burkart. Der zuständige Arbeitskreis habe ein Besuchsprogramm erarbeitet, das den Partnern vom Schwarzen Kontinent einen Eindruck von unserer Lebensweise, Kultur, Geschichte und den Sozialeinrichtungen der evangelischen Kirche vermitteln soll. Der Besuch der Delegation endet am 2. November mit einem Partnerschaftsgottesdienst in der Kreuzkirche in Herrensohr ab 18 Uhr. Nach dem Gottesdienst wird gemeinsam gegrillt. Das ist sozusagen die Abschiedsparty, ehe die fünfköpfige Delegation aus Butare tags darauf von Luxemburg aus den Heimflug nach Kigali, der Hauptstadt Ruandas, antritt.

Die seit mehr als drei Jahrzehnten bestehende Partnerschaft mit der Diözese Butare habe die Vereinte Evangelische Mission dem Kirchenkreis vermittelt, berichtet Burkart. Als Mann der ersten Stunde ist der Herrensohrer seither dabei, seit 2007 hat er mit seiner Frau Karin immer wieder die Freunde in Zentralafrika besucht, inzwischen an die zehn Mal. „Eine Partnerschaft lebt von persönlicher Begegnung“, sagt Burkart. Und von Verlässlichkeit. Vor Ort hat er sich immer wieder angeschaut, was mit dem Geld aus dem Saarland, oft aus Sponsorenhand, geschieht. Sich vergewissert, dass die Spenden in Ruanda, einem der ärmsten Länder der Welt, gut angelegt werden. Zum Beispiel in Bildung. Burkart: „Unser Schulpatenschaftsprogramm hat mehr als 4000 jungen Menschen den Besuch einer Sekundarschule, einer weiterführenden Schule, ermöglicht.“

Der Synodalbeauftragte erwähnt auch den Bau einer Handwerkerschule, etwa für Maurer, Näher und Zimmerleute. Die wurde in mehreren Schritten auf 135 Auszubildende erweitert. Und dann geschlossen, weil die Behörden die Hygiene und sanitären Anlagen beanstandeten. Wieder machten die deutschen Partner Ruandas Geld locker, brachten nach Angaben von Burkart 17 000 Euro auf, um die Mängel zu beheben. Mit Erfolg. Burkart: „Im Januar 2020 wird die Handwerkerschule wiedereröffnet.“ Oft genügt aber schon weitaus weniger Geld, um den Menschen zu helfen. Für knapp 20 Euro kann auf dem Viehmarkt in Ruanda eine Ziege gekauft  werden, ein willkommenes Geschenk vor allem für bedürftige Witwen in dem bettelarmen Land.

Rüdiger Burkart mit Schülern des Patenschaftsprogrammes bei einem Besuch der Sekundarschule Gikonko in Ruanda. . Foto: Rüdiger Burkart
Bischof Nathan Gasatura führt die Delegation aus Butare an. Foto: Rüdiger Burkart. Foto: Rüdiger Burkart

Weitere Informationen zur Partnerschaft gibt es im Internet: www.kirchenkreissaarostbutare.de

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