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Mit dem Pinsel auf den Spuren des großen preußischen Baumeisters

Mit dem Pinsel auf den Spuren des großen preußischen Baumeisters

„Schinkel an der Saar“ hieß das Thema, dem sich zehn Künstler angenähert haben. Neben der Kirche in Bischmisheim gaben auch der Schinkel-Brunnen in Mettlach und die Klause in Kastel Anregungen für Gemälde.

"Ich bin fasziniert von der Geschichte Karl Friedrich Schinkels. Wenn Sie Zeit haben, kann ich Ihnen ganz viel zu ihm erzählen", sagt Marlene Grund und lächelt verschmitzt. Sie ist seit knapp zwei Jahren Leiterin der "Künstlergruppe Schinkelkirche Bischmisheim ", die am Sonntag im Evangelischen Gemeindehaus Bischmisheim eine Ausstellung eröffnete. Dort werden eine Vielzahl von Gemälden, Zeichnungen und Aquarellen gezeigt, deren Motive Bauten aus unserer Region sind, die von dem berühmten Architekten Karl Friedrich Schinkel stammen. Die Künstlergruppe nennt sich nach dem großen preußischen Baumeister, Stadtplaner, Maler und Grafiker, nach dessen Plänen auch die Evangelische Kirche in Bischmisheim errichtet wurde.

"Im Jahr 2011 kam Delf Slotta von der ‚Stiftung Schinkelkirche' auf Engelbert Stein zu, und fragte ihn, ob er nicht eine Künstlergruppe leiten wolle, die die Kirche verstärkt ins Bewusstsein rückt", erzählt Marlene Grund. Engelbert Stein, bekannter Zeichner und Träger des Fritz-Zolnhofer-Preises der Stadt Sulzbach, sagte zu und leitete die Gruppe anfangs. Mittlerweile hat die "Künstlergruppe Schinkelkirche Bischmisheim " zwölf Mitglieder, zehn haben bei der aktuellen Ausstellung mitgewirkt. Außer den schon erwähnten, Marlene Grund und Engelbert Stein, sind es: Elmar Willié, Vorsitzender des Malclubs Saar, Ute Schillo, Petra Schuster, Gerda-Maria Klein, Werner Thome, Petra von Ehren-Hiry, Monika Himber und Cortina Petri. "Wir treffen uns seither fünf- oder sechsmal im Jahr", berichtet Marlene Grund weiter. "Aber wir malen nicht zusammen, sondern wir suchen und besprechen Themen, denen wir uns widmen wollen, um danach die Arbeiten gemeinsam auszustellen." Die fertigen Bilder sehen die Mitglieder der Gruppe erst beim Ausstellungsaufbau. "Im Sommer haben wir eine gemeinsame Exkursion zu den Architekturen Schinkels an der Saar gemacht, und das sind drei ganz unterschiedliche Bauten", erklärt Marlene Grund weiter. Neben der Schinkelkirche in Bischmisheim sind es noch der mehrstöckige, runde Schinkel-Brunnen in Mettlach und die Klause in Kastel, mit der Grabkapelle für Johann von Böhmen.

Obwohl diese drei Bauten von allen Teilnehmern abgebildet wurden, fallen die Arbeiten sehr unterschiedlich aus. Neben den leichten, flotten, stilsicheren Aquarellen von Engelbert Stein hängen die malerischen Ansichten von Monika Himber oder die abstrahierte, poppige Schinkelkirche von Elmar Willié. Originell gestaltet ist das bunte, dreiteilige Gemälde in Form eines Klappaltars von Cortina Petri. Eine Arbeit sticht heraus. Es ist die Bleistiftzeichnung eines Mannes, der den Betrachter offen anschaut, dessen Hemd altmodisch ist und dem eine Locke in die Stirn fällt. Die einzige Arbeit, die den Namensgeber der Gruppe Karl Friedrich Schinkel zeigt, stammt von Marlene Grund selbst.

"Schinkels Spuren an der Saar", Ausstellung im Evangelischen Gemeindehaus Bischmisheim , Kirchstraße 1a, bis 14. Dezember. Geöffnet samstags, 14 bis 18 Uhr, sonntags 11 bis 18 Uhr. Samstag, 6., und Sonntag, 7. Dezember, ist wegen des Weihnachtsmarktes um die Schinkelkirche länger geöffnet.