Relegation : Jubel nach einem Drama mit ganz viel Dusel

Der FV Bischmisheim hat das Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Fußball-Verbandsliga gewonnen. Die Mannschaft von Trainer Stephan Otte setzte sich im Elfmterschießen gegen die SG Körprich-Bilsdorf durch.

Fassungslosigkeit auf der einen, zum Teil ungläubiger Jubel auf der anderen Seite: Die SG Körprich-Bilsdorf war in der regulären Spielzeit des Aufstiegsspiels zur Fußball-Verbandsliga die klar bestimmende Mannschaft. Die Elf von Trainer Uwe Klein erspielte sich vor etwa 600 Zuschauern in Friedrichweiler im Duell mit dem FV Bischmisheim eine Chance nach der anderen. Doch ein Tor wollte dem Vizemeister der Landesliga West gegen sein Pendant aus der Südstaffel am Donnerstag nicht gelingen. Das Elfmeterschießen musste die Partie entscheiden. Bischmisheim setzte sich mit 4:3 durch und steigt in die Verbandsliga auf.

„Man muss auch ein bisschen Glück haben“, sagt FV-Spielleiter Rainer Kohl nach dem Drama in sengender Hitze lächelnd. „Das hätte auf jeden Fall schiefgehen können. Körprich-Bilsdorf hatte ein ganz klares Chancenplus“, gesteht Trainer Stephan Otte. Doch wie jeder weiß, gewinnt im Fußball halt nicht immer die bessere Mannschaft. „Es war ein sehr einseitiges Spiel und eine ganz bittere Niederlage“, sagt Klein. „Aber wir sind selbst schuld. Man muss halt auch das Tor machen. Dann wäre das Spiel gelaufen gewesen. Wir hatten genug Chancen, aber Bischmisheims Torwart hat alles gehalten“, ergänzt der 56-Jährige mit Blick auf Schlussmann Daniel Hahn, der Körprichs-Bilsdorfs Akteure zur Verzweiflung brachte.

Das galt speziell für Lukas Graf, der im Aufstiegsspiel etliche Male über die rechte Seite durchbrach, aber jedes Mal den erfolgreichen Abschluss verpasste. Und auch für SG-Stürmer Kevin Jung, der in der Verlängerung aus elf Metern zum Abschluss kam. Bei seinem Schuss lenkte Hahn den Ball mit den Fingerspitzen um den Pfosten.

Bezeichnenderweise waren Graf und Jung die Pechvögel im Elfmeterschießen. Graf scheiterte mit dem ersten Versuch. Nachdem Bischmisheims Christopher Schmitt ebenfalls verschossen hatte, trafen die jeweils drei nächsten Schützen, ehe Jung in Hahn seinen Meister fand. FV-Kapitän Eric Fuhr hatte somit die Entscheidung auf dem Fuß – und verlud SG-Torwart Marco Kaucher.

„In dem Moment habe ich gar nicht viel nachgedacht. Ich war mir sicher, dass ich ihn mache“, berichtet Fuhr. „Rein spielerisch war es nicht unsere beste Partie. Eine Niederlage wäre nicht unverdient gewesen. Wir sind aber läuferisch und kämpferisch über die Schmerzgrenze gegangen. Und Daniel ist über sich hinausgewachsen“, lobt er seinen Torwart. Später feierte seine Mannschaft in einem Bischmisheimer Gasthaus den Aufstieg. „Die müssen hinterher wahrscheinlich renovieren“, sagt Fuhr lachend.

Für den FV Bischmisheim ist es nach fünf Landesliga-Jahren die Rückkehr in die Verbandsliga. Für die neue Saison hat der Verein bisher Yannik Jungfleisch vom Saarlandligisten SV Bübingen, Torben Görgen vom Landesligisten SC Bliesransbach und Eric Maßfelder vom Verbandsligisten SV Bliesmengen-Bolchen verpflichtet. Als Abgänge stehen Justin Strassner (zum TuS Eschringen) und Nils Burger (zum FV Fechingen) fest. Bis zum Start der Vorbereitung am 26. Juni sollen noch Zugänge folgen. „Wir wollen uns noch punktuell mit zwei, drei Spielern verstärken, primär im Offensivbereich“, sagt Trainer Otte. Der 30-Jährige ergänzt: „In der Verbandsliga geht es für uns als Neuling erst mal darum, uns zu akklimatisieren und zu festigen – damit wir nicht nur gegen den Abstieg spielen.“ Kapitän Fuhr sagt: „Ich bin überzeugt davon, dass wir positiv auf uns aufmerksam machen und nichts mit dem Abstieg zu tun haben.“

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