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Christoph Fuhr vom FV Bischmisheim macht auch den 1. FC Saarbrücken fit

Fußball-Saarlandliga : Es hätte das Jahr seines Lebens werden können

Er wollte heiraten – und steht als Athletik-Trainer mit dem 1. FC Saarbrücken vor dem Drittliga-Aufstieg und im Halbfinale des DFB-Pokals: Die Corona-Pandemie bremst Christoph Fuhr vom Fußball-Saarlandligisten FV Bischmisheim gleich mehrfach aus.

Volle Attacke und Angriff auf den Klassenverbleib – darauf schworen sich die Spieler des FV Bischmisheim in der Winterpause ein. Eine Mammutaufgabe, denn der Aufsteiger startete in die Saison in der Fußball-Saarlandliga mit 14 Niederlagen aus 15 Spielen. Doch dann legten die sogenannten Rehböcke den Schalter um. Die Bischmisheimer gewannen vier der darauffolgenden siebe Spiele. Und die Mannschaft von Trainer Stephan Otte bezwang im ersten Spiel nach der Winterpause auch den direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib, den FV Schwalbach, mit 2:1.

„Es war der perfekte Start für uns. Wir wollten es alle noch einmal wissen und wurden gleich im ersten Spiel belohnt“, sagt Christoph Fuhr. Der Mittelfeldspieler ist mit sieben Saisontreffern der beste Torschütze der Bischmisheimer. Doch die Corona-Krise machte ihm und seiner Mannschaft einen Strich durch die Aufholjagd. Die Saison wurde unterbrochen. Keiner weiß, wie es weiter geht. Doppelt schlimm für Christoph Fuhr. Denn der 29-Jährige ist auch der Athletik-Trainer des 1. FC Saarbrücken. Mit dem FCS steht er vor der Meisterschaft in der Regionalliga Südwest und dem Drittliga-Aufstieg. Zudem erreichte der Viertligist sensationell das Halbfinale des DFB-Pokals, wo Bundesligist Bayer Leverkusen der Gegner ist.. Es könnte auch für Fuhr die Saison seines Lebens werden können. Doch jetzt ist alles auf Eis gelegt.

Der 29-Jährige glaubt nicht, dass von der Regionalliga abwärts in dieser Saison noch einmal Fußball gespielt wird. Doch wie wird die Saison gewertet? Wird sie mit den aktuellen Tabellenständen bei einem Abbruch gewertet, dann steigt der FV Bischmisheim ab. „Ich glaube, es weiß noch keiner so richtig genau, wie man mit der Situation umgehen soll. Die Entscheidungen werden hinausgezögert. Ich glaube die Landesverbände wollen sich am Deutschen Fußball-Bund orientieren“, sagt der studierte Sportwissenschaftler, der mit seinem Freund Anton Maric im Oktober des vergangenen Jahres in Saarbrücken-Schafbrücke eine Praxis für Physiotherapie, Rehabilitation und Performance Training eröffnete. Die Praxis ist auch in der Corona-Zeit  geöffnet.

Christoph Fuhr schreibt in der fußball-loses Zeit die Trainingspläne für den 1. FC Saarbrücken und den FV Bischmisheim. „Ich trainiere selber nach dem Plan des FCS – und viele Spieler des FV Bischmisheim machen das auch. Die Lauf- und Belastungswerte werden auch analysiert. Aber trotzdem ist es etwas ganz Anderes, wie die Belastung auf dem Platz mit Mannschaft und Trainer“, erklärt der 29-Jährige. Er sieht das Positive in der Zeit, in der durch die Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie so gut wie kein Sport stattfinden kann. „Viele Spieler hatten mit Verletzungen zu kämpfen und können sich jetzt in Ruhe auskurieren, um wieder richtig gesund zu werden. Für solche Spieler ist diese Zeit jetzt natürlich Gold wert“, sagt der Athletik-Trainer.

Am vergangenen Donnerstag, 23. April, wäre im privaten Bereich ein besonderer Tag im Leben des Bischmisheimers gewesen. Er hätte normalerweise seine Verlobte standesamtlich geheiratet. Am 6. Juni wäre die Hochzeitsfeier gewesen. „Am Anfang wurde uns angeboten, mit Plexiglasscheiben, Mundschutz und Handschuhen zu heiraten, aber das wäre ja wohl völlig daneben gewesen. Wenn es dieses Jahr nicht sein soll, dann eben im nächsten Jahr“, sagt Christoph Fuhr. Er ergäbzt mit Blick auf die Verschiebung seiner Trauung: „Bei aller Liebe sehe ich das auch im Fußball so. Die Gesellschaft und die Gesundheit der Menschen hat jetzt Vorrang – und der Rest sollte hinten anstehen.“