1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Landeshauptstadt

Bezirksbürgermeisterin Isolde Ries zu den Vorhaben fürs neue Jahr

Kostenpflichtiger Inhalt: Was sich 2021 tut im Saarbrücker Westen : Drängende Probleme am Runden Tisch lösen

Die Oberbürgermeister und Bürgermeister im Regionalverband, die Saarbrücker Bezirksbürgermeister und der Regionalverbandsdirektor blicken im Gespräch mit der SZ auf die Herausforderungen im neuen Jahr. Heute: Isolde Ries, Bezirksbürgermeisterin für den Saarbrücker Westen.

Gefragt nach ihren politischen Vorhaben für 2021 antwortet Isolde Ries: „Ich will endlich eine ausreichende Zahl von Kitaplätzen. Das Ludwigsparkstadion ist nicht alles, was wir brauchen.“ Und die Bezirksbürgermeisterin für den Saarbrücker Westen fügt hinzu: „Wir brauchen ein umfassendes Konzept zum Schutz von Radfahrern,  und ich fordere den politischen Willen ein, konsequent den Bau bezahlbaren Wohnraums voranzutreiben. Am Geld allein kann es nicht hängen, Corona zeigt uns, wenn die Hütte brennt, ist Geld zum Löschen da.“

Als große Projekte für den Stadtbezirk West zählt Isolde Ries zudem auf: den Ausbau der Bildungslandschaft mit dem Bildungscampus Füllengarten und einer neuen Grundschule für Altenkessel, das Programm „Burbach in Bewegung“, die Stärkung des Saarufers als Treffpunkt und Erholungsgebiet, mehr Events wie der Orientmarkt oder gemeinsames Essen am Saarufer. „Schön wäre auch ein regelmäßiger Markt mit Ausstrahlungskraft über den Saarbrücker Westen hinaus“, betont die 64-Jährige, die Vizepräsidentin des Saarländischen Landtags ist. Viele dieser Projekte seien teilweise schon in Planung. Jetzt gehe es darum, dass diese auch zügig umgesetzt werden. Weiter gelte es, die Menschen vor vermeidbaren Emissionen zu schützen und im Zusammenhang mit der Einführung der Gelben Tonne die Straßen sauberer zu machen. Die gelbe Tonne löse den unsäglichen gelben Sack ab. Ries: „Der gelbe Sack war stets ein Ärgernis und nur wenig besser, als den Nachttopf auf die Straße zu leeren.“

2020 sei wegen Corona ein Jahr der sozialen Distanz, sagt die Bezirksbürgermeisterin. Und sie blickt voraus: „Ich bin voller Hoffnung, dass wir in 2021 schrittweise eine Rückkehr zu mehr Normalität erleben werden. Gerade als Bezirksbürgermeisterin lebt man vom direkten Kontakt zu den Menschen. Und ich merke, wie wichtig der persönliche Austausch für mehr Respekt im Umgang miteinander ist.“

Deswegen will Isolde Ries in allen Stadtteilen des Saarbrücker Westens einen Runden Tisch einrichten, „bei dem drängende Probleme untereinander und mit mir als Bezirksbürgermeisterin unkompliziert besprochen werden können. So werde ich auch weiterhin die Stimme des Westens in den Amtsstuben des Saarbrücker Rathauses sein“. Corona werde die Menschen noch eine ganze Weile beschäftigen, glaubt die SPD-Politikerin. Sie habe in ihren Funktionen in den vergangenen Monaten darauf gedrängt, dass Hilfsprogramme dazu beitragen, Existenzen zu sichern. Zu diesem Zweck sei im Land und im Bund so viel Geld wie noch nie eingesetzt worden, sagt Isolde Ries.

Klar sei aber: Alle Verluste werden auch diese Hilfsprogramme nicht ausgleichen können. Jetzt komme es „auch auf die Solidarität von uns allen an, um Gastronomen und Gewerbetreibende vor Ort zu unterstützen“, meint Ries: „Ich kann nur appellieren, nicht jede Zahnbürste im Online-Handel zu ordern. Wenn der letzte Laden geschlossen ist und der letzte Bierhahn versiegt, werden wir erkennen, dass ohne Handel und Gastronomie die Städte nur noch Beton und Asphalt sind.“

Auch die  Vereine dürften nicht vergessen werden. Der Bezirksrat könne ihnen finanziell unter die Arme greifen. Ries: „Da haben wir Mittel, wenn auch weniger, als ich mir wünsche.“ Vereine sind für die Sozialdemokratin „der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält, sie sind der Gegenpol zu Verein­samung“. Die Jugendarbeit vieler Vereine sei unersetzlich, die müsse erhalten werden.

 Bunt geht’s zu beim orientalischen Markt in Burbach, hier ein Schnappschuss von der Auflage im Jahr 2015.
Bunt geht’s zu beim orientalischen Markt in Burbach, hier ein Schnappschuss von der Auflage im Jahr 2015. Foto: BeckerBredel

Isolde Ries zu ihren Vorsätzen fürs neue Jahr: „Persönlich habe ich mir vorgenommen, manchmal etwas mehr gelassener zu sein. Und dann wünsche ich mir mehr Zeit für meine Familie und um meinen inzwischen drei Monate alten Enkel öfter zu sehen.“