| 20:09 Uhr

Second-Hand-Markt
Beste Ware aus zweiter Hand

Das Team des Second-Hand-Markts baute eine Woche lang für die 50. Auflage auf. Marina Frey (l.) und Anneliese Kempf hatten die Idee für den Markt.
Das Team des Second-Hand-Markts baute eine Woche lang für die 50. Auflage auf. Marina Frey (l.) und Anneliese Kempf hatten die Idee für den Markt.
Bliesransbach. Zum 50. Mal veranstalteten die Bliesransbacher einen Second-Hand-Markt mit günstiger Kleidung.

Wenn man es genau nimmt, dann sind die Kinder von Anneliese Kempf und Marina Frey Schuld daran, dass an der Oberen Saar und vielleicht sogar darüber hinaus die Second-Hand-Märkte erschaffen wurden. „Unsere Kinder wuchsen damals so schnell, dass ihnen selbst neue Kleider schon bald nicht mehr passten. Da wir diese Kleider auf keinen Fall wegwerfen wollten, mussten wir uns etwas einfallen lassen“, berichtet Anneliese Kempf aus dem Frühling im Jahr 1993. Die beiden Bliesransbacherinnen waren damals schon Übungsleiterinnen in örtlichen Turn- und Sportverein (TuS). Sie hörten sich im Club und im Dorf um und stellten schnell fest, dass dieses Kinder-Kleider-Problem noch mehrere Menschen hatten. „Dann kam uns ganz schnell der Gedanke, dass wir einen Markt mit den Kleidern starten wollen. Wir haben den Vorstand des TuS gefragt und der war sofort einverstanden, dass wir den Markt in der vereinseigenen Jahnturnhalle ausrichten können“, sagt Marina Frey.


Der Bliesransbacher Second-Hand-Markt war geschaffen. Am 31. Oktober 1993 richteten fünf Organisatorinnen die erste Auflage mit 40 Verkäuferinnen aus. Am vergangenen Samstag lud der TuS zu seinem 50. Second-Hand-Markt ein. Mittlerweile wollen mehr als 100 Verkäufer Kinderkleidung auf dem Markt in der Jahnturnhalle anbieten. Kinderspielsachen, Kinderwagen und im Prinzip alles Nützliche rund ums Kind ist mittlerweile zur Angebotspalette dazu gekommen.

80 Prozent von jedem verkauften Stück sind für den Verkäufer und 20 Prozent für den Verein. Das Organisationsteam umfasst mittlerweile mehr als 20 Frauen und acht Männer, die bei den schweren Aufbauarbeiten helfen.

„Unser Markt dauert immer zweieinhalb Stunden. Wir öffnen die Tür immer erst pünktlich zu Beginn und dann stehen schon mehr als 100 Menschen vor der Tür“, erzählt Anneliese Kempf.  Erfolg haben in diesem Falle viele. „Bei uns gibt es Baby-T-Shirts, die sind wie neu und kosten einen Euro. Im Laden legt man dafür sieben Euro hin. Ein Kinderwagen kostet neu 800 Euro und bei uns 150 Euro. Wenn eine Familie mit mehreren Kindern bei uns einkauft, kann sie sehr viel Geld sparen“, sagt Marina Frey.

Der TuS Bliesransbach ist stolz wie Oskar auf seine Second-Hand-Markt-Frauen, die sich nicht ohne Grund „Frauen-Power“ auf ihre T-Shirts haben drucken lassen. Mit 50 Second-Hand-Märkten seit 1993 haben die TuS-Frauen etwa 50 000 Euro in die Vereinskasse gespült. „Diese Frauen und auch ihre Männer sind enorm wichtig für unseren Verein. Natürlich spielt das Geld auch eine Rolle, da wir als Verein auch viele Ausgaben haben. Viel wichtiger ist jedoch der Zusammenhalt und das Leben, dass diese Gruppe in den Verein bringt“, sagt Wolfgang Kempf, der Vorsitzende des TuS. Und die eifrigen Frauen, was haben die von all dem? „Eine wunderschöne Woche. Wir treffen uns jeden Tag morgens zum Aufbau und machen alles mit viel Liebe und Spaß. Mittags kommen unsere Kinder von der Schule und wir essen alle Pizza in der Halle. Wir haben schon ein richtiges Ritual für unsere Märkte entwickelt“, so Marina Frey.