Berufsfeuerwehr in Saarbrücken arbeitet wieder normal

Nach massivem Krankenstand : Saarbrücker Berufsfeuerwehr startet wieder in Regelbetrieb

Beide Wachen in der Landeshauptstadt sind nach Angaben eines Pressesprechers wieder ausschließlich mit Hauptamtlichen besetzt.

Allmählich zieht bei der Berufsfeuerwehr in Saarbrücken wieder Routine ein. Denn nach massiven Ausfällen durch Krankmeldungen hat die einzige kommunale hauptamtliche Wehr einer saarländischen Kommune seit Freitag (3. Mai) wieder beide Feuerwachen im Bereich der Landeshauptstadt besetzt. Das teilt ein Sprecher aus dem Rathaus mit.

Knapp 100 Krankenscheine

Josef Schun, hier bei seiner Rückkehr am 23. April auf seinen Posten als Feuerwehrchef in Saarbrücken. Foto: BeckerBredel

Weil zu Spitzenzeiten annähernd 100 Berufsfeuerwehrleute krankgemeldet waren, mussten ehrenamtliche Kollegen der freiwilligen Wehren deren Dienst in den Wachen übernehmen, um den Brandschutz im Regionalverband zu gewährleisten. Nachdem bereits die Feuerwache 1 den Regelbetrieb mit der Berufswehr aufgenommen hat, folgte jetzt die zweite Wache. Nach Informationen aus der Stadtverwaltung sollen jetzt noch 26 Kollegen krankheitsbedingt ausfallen.

Alle zum Amtsarzt

Wegen der binnen kürzester Zeit aufgelaufenen Fehlmeldungen hatten Richter am Oberverwaltungsgericht (OVG) in Saarlouis verlangt, dass alle Betroffenen zum Amtsarzt müssen. Der sollte feststellen, ob die von niedergelassenen Medizinern ausgestellten Atteste rechtens sind. Keine Krankschreibung wurde nach den Untersuchungen beim Gesundheitsamt des Regionalverbands Saarbrücken beanstandet.

Dann war der Chef selbst krank

Der Krankenwelle war die gerichtlich geforderte Rückkehr des umstrittenen Feuerwehrchefs Josef Schun vorausgegangen. Um dessen Arbeit gab es juristischen Streit, den er aber in allen Angelegenheiten für sich entschied. Später meldete sich dann Schun nur einen Tag nach seiner Rückkehr krank.

Vorerst keine Rückkehr

Mittlerweile einigten sich die Stadt Saarbrücken als Dienstherr und Schun außergerichtlich darauf, dass Schun für sechs Monate zu einer anderen Dienststelle abgeordnet wird. Stillschweigen wurde zu den Details vereinbart.