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Jüdische Gemeinde
Benefizkonzert zugunsten des Kinder-Hospizdienstes Saar

Synagoge Saarbr¸cken Die Saarbr¸cker Synagoge am Sonntag (3.8.2014) am Beethovenplatz in der Landeshauptstadt. Foto: Becker&Bredel
Synagoge Saarbr¸cken Die Saarbr¸cker Synagoge am Sonntag (3.8.2014) am Beethovenplatz in der Landeshauptstadt. Foto: Becker&Bredel FOTO: BeckerBredel / bub/fb
Saarbrücken. Die Synagogengemeinde Saar lädt heute zu einem Benefizkonzert in die Synagoge nach Saarbrücken ein. Der Kinder-Hospizdienst Saar soll von dem Konzert profitieren. Von Isabell Nina Schirra

Die Synagogengemeinde Saar lädt am kommenden Sonntag zu einem Benefizkonzert zugunsten des Kinder-Hospizdienstes Saar in die Synagoge ein. Dort werden Boris Rosenthal, „der King of Klezmer“ (einer jüdischen Volksmusiktradition), und die Sängerin Tallana Gabriel, Kandidatin bei „Deutschland sucht den Superstar“ 2016, den Besuchern eine Mischung aus jüdischen, jiddischen, israelischen und russischen Liedern bieten. Die wohltätige Veranstaltung findet im Rahmen des „Mitzvah-Day“ 2017 statt. „Mitzvah“ ist Hebräisch und bedeutet „Gebot“. Das Judentum kennt insgesamt 613 Ge- und Verbote, wovon die Mehrheit die Pflicht zum sozialen Handeln und zur Nächstenliebe umfasst. Daher bedeutet „Mitzvah“ umgangssprachlich auch „gute Tat“. Wenngleich die guten Taten das ganze Jahr über erfolgen sollen, will der Zentralrat der Juden mit dem „Mitzvah-Day“ als Aktionstag für soziales Handeln, Aufmerksamkeit für zentrale jüdische Werte schaffen. So zum Beispiel „Tzedek“ (Nächstenliebe), „Tikkun Olam“ (Verbesserung der Welt) und „Gemilut Chassadim“ (Wohltätigkeit).


In jedem Jahr steht der „Mitzvah-Day“ unter einem bestimmten Motto. In diesem Jahr ist es „Gutes tun tut gut“. Damit will man auch ein Zeichen gegen die wachsende politische Spaltung und Entsolidarisierung setzen. Alleine in Deutschland werden in rund 40 Städten jüdische Gemeinden und Organisationen soziale und ökologische Projekte verwirklichen . Die Synagogengemeinde Saar beteiligt sich neben dem Benefizkonzert mit zwei weiteren Aktionen. Zum einen werden die Kinder der Gemeinde Plätzchen für behinderte und kranke Menschen backen. In Begleitung werden die Kinder die Plätzchen dann persönlich übergeben und sich außerdem um die besuchten Personen kümmern. Zum anderen werden Gemeindemitglieder, die sich im Bundesfreiwilligendienst befinden, eine Grabreinigungsaktion auf dem alten jüdischen Friedhof in der Graf-Simon-Straße durchführen, da es dort keine Hinterbliebenen mehr gibt, die die Gräber pflegen.

Der „Mitzvah-Day“ soll nicht nur jüdische Gemeinden und Organisationen zu guten Taten anregen, vielmehr sollen vor Ort auch Beziehungen zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Einrichtungen geschaffen werden. Gleiches gilt für das Konzert am Sonntag: Gäste aller Nationen und Religionen sind willkommen. „Obwohl wir wie fast alle jüdischen Gemeinden in Deutschland leider noch immer auf Polizeischutz angewiesen sind, sind wir keine verschlossene Gemeinde“, betonte Richard Bermann, Vorsitzender der Synagogengemeinde Saar.



Das Konzert findet am Sonntag, 19. November, um 18 Uhr, in der Synagoge am Beethovenplatz statt. Der Eintritt kostet mindestens fünf Euro und ist nach oben offen. Die Einnahmen gehen zu 100 Prozent an den Kinder-Hospizdienst Saar.