BBK-Projekt: "post-digital - von a nach b nach a".

Ausstellungsserie : Kleine Kunst – Großer Effekt

Der Bundesverband Bildender Künstler Saar hat noch bis zum Wochenende eine besonders hübsche Kunst-Aktion in Saarbrücken.

Alle vier Jahre ruft der  Bundesverband Bildender Künstler (BBK) seine Landesverbände dazu auf, zeitgleich ein Ausstellungsprojekt zu realisieren. Die Ausstellungsserie, die derzeit bundesweit in über 30 Städten stattfindet, steht in diesem Jahr unter dem Motto „post-digital – von a nach b nach a“.

Der saarländische BBK hat sich für das Zeitgleich-Projekt etwas ganz Besonderes ausgedacht. „In den meisten Landesverbänden haben die Künstlerinnen und Künstler für das Projekt Werke geschaffen, Malerei, Fotografien, Installationen, die in Ausstellungen präsentiert werden“, sagt Vera Loos, die stellvertretende Vorsitzenden des BBK Saar. „Wir haben als BBK Saar aber immer das Problem, dass wir keine eigenen Ausstellungsräume haben“, fügt die Malerin hinzu.

Was also tun? Bei einem Brainstorming im kleinen Team kam dann die erlösende Idee. Und die lautete: „Wir machen die kleinste Ausstellung und gleichzeitig die mit der größtmöglichen Verbreitung im Raum“. Wie die Idee aufgeht, kann man derzeit an 400 Orten im Saarland und in Rheinland-Pfalz bis hin nach Luxemburg sehen.

19 BBK-Künstlerinnen und -Künstler aus dem Saarland haben jeweils eine Kunstpostkarte entworfen, die als sogenannte Free Cards oder City Cards in Ständern in Kultur-Räumen und -Kneipen stehen. Wem eine oder mehrere der Kunstpostkarten gefallen, der oder die darf zugreifen und kann sie mitnehmen.

„Wir haben das Motto post-digital quasi wörtlich genommen, indem wir auf ein analoges Netzwerk zurückgreifen“, erläutert Loos schmunzelnd. Der zweite Teil des BBK-Mottos, „von a nach b nach a“ wird außerdem im Saarland durch dieses Konzept noch erweitert. „Wir wissen, dass die City Cards regelrecht Kult sind“, sagt Loos und zeigt zum Beweis auf den Ständer im Nauwieser Werkhof. Wenige Stunden, nachdem sie ihn befüllt hat, sind manche Karten schon bis auf drei, vier Exemplare weggegangen.

Was macht man damit? „Manche sammeln sie, manche WG tapeziert damit ihre Küche“, weiß die BBK-Frau Loos. Manche verschicken die Kunstpostkarten sicherlich auch als Grüße, obwohl man auf die Rückseite wegen der abgebildeten Sponsoren, die das Projekt unterstützten, nicht viel mehr als eine Adresse schreiben kann.

Beteiligt an dem Projekt haben sich bildende Künstler und Künstlerinnen aus fast allen saarländischen Landkreisen. Manche sind mehr, manche weniger bekannt, das City-Card-Projekt ist daher eine gute Chance, sie kennen zu lernen.

Heiß begehrt sind die Kunst-Postkarten. Foto: Silvia Buss

Am 27.Oktober lädt der BBK Saar zur Finissage im Beisein von Regionalverbandsdirektor Peter Gillo ab 11 Uhr ins Saarbrücker Schloss ein, wo alle Kunstpostkarten als Wandcollage ausgestellt sind.

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