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Barbara Schöne zur Saarbrücker Premiere von Marilyn Forever

Saarbrücken : Oper über Marilyn in der Alten Feuerwache

„Marilyn Forever“ heißt die Oper von Gavin Bryars, die am Samstag, 8. Februar, um 19.30 Uhr in der Alten Feuerwache Premiere hat. Die SZ sprach mit Regisseurin Barbara Schöne.

„Ich wollte ich selbst sein und nicht nur ein vibrierender Freak, der den Sexhändlern in der Filmgesellschaft ein Vermögen einbringt“, schrieb Marilyn Monroe kurz vor ihrem frühen Tod. Die Schauspielerin und Sängerin, das Sexsymbol der 50er Jahre schlechthin, starb am 5. August 1962 im Alter von nur 36 Jahren.

Das Interesse an Marilyn ist auch fast sechzig Jahre nach ihrem Tod ungebrochen, ihre Filme sind Leinwand-Legenden und ihr tragisches Schicksal berührt noch immer. Vielleicht auch, weil trotz aller aktueller Enthüllungen wie der „me-too“-Debatte sich Marilyns Schicksal bei Sängerinnen wie Dalida, Amy Whinehouse oder Whitney Houston wiederholte.

Der englische Komponist Gavin Bryars (77) hat die Lebensgeschichte der Monroe in eine Oper verpackt: Gefühlvolle Balladen mit einem Hauch von Jazz reflektieren die menschlichen Facetten von der freudlosen Kindheit über den steilen Aufstieg zum Star bis hin zum Tod. Bryars Oper wird als deutsche Erstaufführung am 8. Februar am Saarländischen Staatstheater aufgeführt.

Barbara Schöne führt Regie und sie findet es gut, „dass dieser Frau eine ernste Oper gewidmet wird, die ihr als Mensch und Künstlerin gerecht wird“. Mehr als ein Jahr hat sich Barbara Schöne mit der Person Marilyn Monroe auseinandergesetzt, hat alle Abhandlungen über sie gelesen, alle ihr Filme angesehen und natürlich auch die Ausstellung in Speyer besucht. „Das Waisenkind Norma Jean wurde ja nur herumgereicht und erfuhr niemals Liebe und Sicherheit“, erläutert Schöne: „Ihr Urvertrauen war zutiefst erschüttert, und ihren Durst nach Liebe und Geborgenheit konnte niemand jemals stillen.“ Bei ihren Recherchen verdichtete sich für die Regisseurin ihre Ursprungsidee: nämlich die Rolle der Marilyn aufzusplitten und Fragmente der Persönlichkeit einander gegenüberzustellen.

Auf der Bühne gibt es daher – neben der erwachsenen Marilyn auch ein Kind, das das Waisenmädchen Norma verkörpert. Und es gibt eine weitere Rolle, auch wenn sie stumm bleibt: die siebzehn Jahre alte Norma. Beide, das kleine Kind und die Jugendliche, laufen mit der Erwachsenen durch das Leben, begegnen sich. Es gibt Szenen, erläutert Schöne, bei denen sich die Marilyn, der Star, in einem venezianischen Spiegel betrachtet, aber sie sieht sich nicht selbst, sondern ein falsches Bild. Barbara Schönes Inszenierung legt den Fokus auf die private Seite der Marilyn Monroe. „Es war innerlich erschütternd, ihrer Einsamkeit nachzuspüren,“ bekennt Schöne, vermerkt aber auch: „Sie war kein larmoyantes Opfer, sie hat sich trotz dieser mörderischen Maschinerie des Filmbusiness nicht unterkriegen lassen und sogar eine eigene Filmfirma gegründet.“

Bryans Musik sei, so Schöne, „unglaublich intelligent komponiert, sie reflektiert die inneren Schwebezustände, lässt das Show-Feeling in den Jazzballaden spüren. Sie passt perfekt zu den poetischen Texten.“ Eine Oper, die wohl berühren und zum Nachdenken anregen wird. Marie Smolka und Katja Reichert singen im Wechsel die Hauptrolle und bringen ihre eigene Interpretation von Marilyn ein – bestimmt ist das ein weiterer spannender Aspekt.

„Marilyn Forever“ – Premiere am 8. Februar 2020, 19.30 Uhr Alte Feuerwache. Regie: Barbara Schöne. Weitere Vorstellungen: 13.02., 14.02., 13.03., 14.03., 20.03., 25.03. jeweils 19.30 Uhr. Karten: Vorverkaufskasse Schillerplatz 2 (Mo. bis Fr. 10 bis 18 Uhr, Sa. 10 bis 14 Uhr), Telefon (0681) 3092486, E-Mail: kasse@staatstheater.saarland.

www.staatstheater.saarland