Tischtennis : Bangen um den Klassenverbleib

Der Tischtennis-Zweitligist ATSV Saarbrücken machte es in der Rückrunde noch einmal spannend.

Tischtennis-Zweitligist ATSV Saarbrücken hat es seinen Zuschauern in dieser Saison nicht leichtgemacht. Nach der Hinrunde sah es noch so aus, als würden die Saarbrückerinnen den Klassenverbleib früh sichermachen – nach dem überraschenden 6:3 gegen Tostedt zum Hinrundenabschluss stand der ATSV auf Rang vier der Tabelle und blickte auf eine entspannte Rückserie. Doch der Wunsch wurde nicht wahr: Im neuen Jahr gewannen die Saarbrückerinnen bis zum Aufeinandertreffen im Alles-oder-Nichts-Spiel gegen Langweid nur eins von sieben Spielen und machten erst mit dem Sieg gegen die Bayern kurz vor Ende den Klassenverbleib doch noch sicher.

„Unser Ziel war der Klassenverbleib – wir sind auf jeden Fall zufrieden, dass das geklappt hat“, sagt ATSV-Trainer Wolfgang Scholer: „Zum Schluss wurde es aber ziemlich knapp, und es hätte auch gut und gerne schiefgehen können. Die Rückrunde lief leider komplett anders, als wir uns das vorgestellt haben. Aber das kommt vor – wir sind erleichtert, dass wir nächstes Jahr weiterhin zweite Liga spielen.“

Hätte der ATSV den Klassenverbleib nicht geschafft, wäre die Mannschaft wohl Geschichte gewesen. Nach zehn Jahren im Unterhaus war der Verein nicht bereit, dritte Liga zu spielen. So weit ist es dank des wichtigen Sieges gegen Langweid aber nicht gekommen. Und schon in der Hinrunde hatten die Saarbrückerinnen gute Momente. Neben dem Sieg gegen Tostedt punktete der ATSV in sechs von zehn Spielen – unter anderem beim 5:5 gegen den TuS Uentrop, der die Saison nur fünf Punkte hinter Aufsteiger Anröchte beendete. Bei Spielen wie dem Unentschieden gegen den Letzten aus Schwarzenbek in der Rückrunde spielte dann allerdings auch oft das Pech mit. „Wir wussten, dass es in der Rückrunde schwieriger wird, weil die entscheidenden Spiele alle gegen Ende angesetzt waren“, sagt Spielerin Ann-Kathrin Herges: „Trotzdem ist der siebte Tabellenplatz ein gutes Resultat. Die zweite Liga ist sehr stark und wir haben, denke ich, auch ganz gut gespielt.“

Überraschend gut war in dieser Saison Tessy Gonderinger, die am vorderen Paarkreuz häufiger punktete als Nummer Eins Na Yin. Wegen dieser starken Saison ist der Verlust Gonderingers, die den ATSV zum Saisonabschluss in Richtung Luxemburg verlässt, ungleich schwieriger. „Mit ihr verlieren wir sowohl sportlich als auch menschlich eine unfassbar wichtige Spielerin – ihren Weggang kann man wohl nicht wettmachen“, sagt Scholer, während Herges ergänzt: „Mit ihr wird eine sehr wichtige Stütze wegfallen. Gerade in ihrem letzten Heimspiel wurde es nochmal so richtig emotional – der Sieg gegen Langweid war deswegen auch für mich das Spiel, das mir am meisten in Erinnerung bleiben wird.“

Im Gegensatz zu Gonderingers starker Leistung hätte man von Spitzenspielerin Na Yin, die eine Bilanz von 12:13 aufweist, als frühere Bundesliga-Spielerin mehr erwarten können. „Die zweite Liga ist im vorderen Paarkreuz aber anspruchsvoller als die erste im hinteren. Daher war ich nicht überrascht, dass es nicht optimal gelaufen ist“, sagt Wolfgang Scholer. Und auch die Talente Ann-Sophie Daub und Carolin Freude, die in ihrer Altersklasse zu den sechs besten Spielerinnen Deutschlands gehört, spielten nicht auf dem Niveau, das sie sich vorgenommen hatten. Gerade Freude war laut Scholer aufgrund ihrer Bilanz von 4:14 herbe enttäuscht. „Das muss wachsen“, sagt der Trainer.

Für die neue Saison hat der ATSV mit der 19-jährigen Niederländerin Tanja Helle ein bisher wenig beschriebenes Blatt als Verstärkung geholt. Zwar ist sie holländische Doppel-Meisterin, hat bislang allerdings nur Erfahrungen in der ersten Liga in ihrem Heimatland sammeln können, dessen Niveau weit unter dem der zweiten deutschen Bundesliga liegt. „Wir werden am Limit spielen müssen, um die Klasse im nächsten Jahr zu halten“, sagt Wolfgang Scholer, und seine Spielerin Ann-Kathrin Herges pflichtet ihm bei. „Es wird sehr schwer für uns. Wir werden jetzt schauen, wie sich die anderen Mannschaften verstärken und wieder mit dem Ziel Klassenverbleib in die nächste Saison gehen.“