Bahnhof Friedrichsthal Bahnhöfe sollen wieder sauber werden

Friedrichsthal/Saarbrücken · Die Bahn will 600 000 Euro ausgeben, um die Bahnhöfe im Land zu reinigen. Das betrifft auch 20 Stationen im Regionalverband.

 Versauter Bahnhof Saarbrücken-Ost: Weggeworfene Kaffeebecher, Tempotaschentücher, Graffitis und Urin-Geruch vermiesen den Reisenden die Bahnfahrt.

Versauter Bahnhof Saarbrücken-Ost: Weggeworfene Kaffeebecher, Tempotaschentücher, Graffitis und Urin-Geruch vermiesen den Reisenden die Bahnfahrt.

Foto: Dietmar Klostermann

Teile des Daches sind eingestürzt. Kabel hängen von der Decke und lose Deckenplatten baumeln herum. Wände und Boden sind so gut wie überall kaputt und verschmiert. Im Bahnhof in Friedrichsthal sieht es aus wie nach dem Krieg.

Normalerweise zählen Graffiti an den Wänden überall als Verschmutzung. In Friedrichsthal lenken die bunten Farben an den Wänden vom katastrophalen Zustand ab. Vor dem großen Bahnhof, bei dem man sich durchaus ein prunkvolles Gebäude in früheren Jahren vorstellen kann, stehen hoch gewachsenes Gras und weggeworfener Müll nebeneinander in Reih und Glied. Das war der Zustand des Friedrichthaler Bahnhofes am vergangenen Freitag um 10.15 Uhr. Eine Dreiviertelstunde zuvor präsentierte die Deutsche Bahn im Saarbrücker Hauptbahnhof ihr neues Reinigungskonzept.

600 000 Euro werden pro Jahr ausgegeben, um die 77 Bahnhöfe im Saarland zu reinigen. Im Regionalverband Saarbrücken sind es etwa 240 000 Euro für 20 Bahnhöfe. Das teilte Ulrich Demmer, Leiter des Bahnhofmanagements mit.

Bislang machte die Deutsche Bahn nur dort sauber, wo es auch dreckig war. „Ab sofort werden wir regelmäßig alle Bahnhöfe reinigen. Die großen Bahnhöfe öfter und die kleinen weniger oft“, sagte Bernd Kittelberger, Bahn-Managementleiter für Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und das Saarland bei der Konzeptpräsentation. Für die Reinigung der Bahnhöfe werden Unternehmen beauftragt. Im Saarland sind das in erster Linie die Saar-Servie-Gesellschaft (SSG) und die Firma RDL Dienstleistungen. Mitarbeiter der SSG präsentierten am Freitag die neuen Reinigungsmaschinen. Eine sah aus wie ein kleiner Traktor, eine andere war eine Kehr- und Putzwagen zum Schieben. Der „kleine Traktor“ würde in Friedrichsthal nicht durch die Eingangstür passen. Und ob dessen Reinigungskraft reichen würde, um den Boden im Friedrichsthaler Bahnhof sauber zu machen, darf stark bezweifelt werden.

Wie Ulrich Demmer sagte, sei der Hauptbahnhof in Saarbrücken der wohl sauberste Bahnhof im Regionalverband. Das unterstrich auch ein SSG-Mitarbeiter mit einem neuen Fenster-Reinigungs-Wagen inklusive allerlei Utensilien, als er eine bereits saubere Scheibe am Hauptbahnhof demonstrativ reinigte. Am Friedrichsthaler Bahnhof sind im Erdgeschoss alle Scheiben herausgebrochen und Eingangstüren gibt es auch keine mehr. Zwei Etagen höher kann man noch einzelne, aber teilweise auch kaputte Scheiben erkennen. Was den Dreck und die Schmierereien angeht, sieht der Bahnhof Saarbrücken Ost im übrigen auch nicht besser aus. Müll, Gestank und Graffiti sind auch dort an der Tagesordnung.

„Es gibt Menschen, die entsorgen ihren Hausmüll säckeweise an Bahnhöfen. Krähen wissen dies mittlerweile, picken die Säcke auf und verteilen den Müll überall“, sagt Demmer. Der Leiter des Bahnhofsmanagements weiß, dass es im Saarland und auch im Regionalverband sogenannte Problembahnhöfe gibt. „Wir werden Ende des Jahres mit Videoüberwachung an den Bahnhöfen in St. Wendel, Friedrichsthal, Dillingen und Burbach beginnen. Das sind Pilotprojekte. Die Entscheidung hierfür hat die Bundespolizei getroffen, da es in erster Linie um die Sicherheit der Personen geht. Wir sind gespannt auf die ersten Ergebnisse“, erklärte Ulrich Demmer.