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Punkrock
„Bad Religion“ in der Garage

 Sänger der US-amerikanischen Punkrockockband "Bad Religion", und  Gitarrist Brian Baker beim Musikfestival "Rock am Ring" auf der Hauptbühne auf.
Sänger der US-amerikanischen Punkrockockband "Bad Religion", und Gitarrist Brian Baker beim Musikfestival "Rock am Ring" auf der Hauptbühne auf. FOTO: dpa / Thomas Frey
Saarbrücken. Die kalifornische Punk-Rockband spielt am Dienstag in der Saarbrücken. Von André de Vos

Ihre letzte eigenständige Studioplatte ist von 2012, die aktuellste Veröffentlichung eine Scheibe mit „Christmas Songs“ von 2013. Immerhin arbeitet „Bad Religion“ an einem neuen Album. Und geht auf Tour, die die Gruppe am Dienstag, 19. Juni, in Saarbücken in die Garage führen wird. Dabei wird sie ihr Erfolgsalbum „Suffer“ von 1988 in voller Länge aufführen.


Das ist der Stand der Dinge bei einer Band, die eine der letzten kalifornischen Ur-Punk-Bands ist und die für sich noch Weltgeltung- und -bedeutung beanspruchen kann. 1980 war noch die Zeit, in der man als Gruppe inmitten der Punkrock-Explosion eine internationale Karriere starten konnte, wenn man originell genug war, um spezielle Inhalte oder Attitüden an die Frau und den Mann bringen zu können.

Die Besonderheit bei „Bad Religion“ besteht nicht in der musikalischen Ausrichtung, die hauptsächlich aus schnellen Songs mit eingängigen Melodien und hymnischen Refrains besteht, sondern in Inhalten, die sich insbesondere am modernen Individuum entfremdet von Schule, Ausbildung, Beruf oder Wohnsituation innerhalb einer kaputten Umwelt orientieren. Das Interessante an „Bad Religion“ ist überdies, dass die Band in diesem real existierenden Kapitalismus immer genug Themen findet, über die sie eindringlich und präzise singen kann. Als wäre dem nicht genug, hat Sänger und Haupttexter Greg Graffin auch noch Evolutionsbiologie studiert und mit einem Doktortitel abgeschlossen.



Die Fähigkeit, auf die Geschwüre und Missstände der Gesellschaft zeigen zu können, Symptome in zwei Minuten inklusive möglicher Alternative darstellen und analysieren zu können, sowie dies Jahrzehnte bruchlos durchzuhalten, das macht die Qualität der Band aus. Ihr Status ermöglicht es ihr  immer noch, auf Festivals zu reüssieren. Musikalisch bekommen Fans Schlag auf Schlag alles das zu hören, was die Band groß gemacht hat: von „Stranger Than Fiction“ über „1000 More Fools“ und „Receipe For Hate“ bis zu einem Lied ihrer ersten LP von 1981: „Fuck Armageddon…This Is Hell.“