Ausstellung im Finanzministerium : Kunst aus Fundstücken im Finanzministerium

Der Beckinger Künstler Eberhard Killgus stellt Skulpturen und Gemälde in Saarbrücken aus.

Wer derzeit das Ministerium für Finanzen und Europa besucht, wird von fast 40 Kunstwerken des Beckinger Künstlers Eberhardt Killguss empfangen. Unübersehbar stehen die Skulpturen und Gemälde um das Atrium. Die Skulpturen sind dabei wahre Hingucker. Denn der saarländische Künstler, der mit 15 Jahren sein Studium an der Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken aufgenommen hat und bei Professor Theo Siegle Bildhauerei studierte, hat hier Assemblagen aus Fundstücken gestaltet. Aus vorgefertigten und gefundenen Metallteilen oder Holzstücken baut Eberhardt Killguss Objekte, die entfernt an Figuren erinnern können. Jedoch bleiben die Einzelteile erkennbar, das Ganze ist stark verfremdet, häufig ergibt sich der Sinn der Werke nur durch den Titel.

So besteht das „Paar“ aus zwei hohen Metallstangen, die einmal von einem kurzen, gebogenen, gedrückten Metallrohr, samt angeschweißtem Stab bekrönt ist, die andere Metallstange von zwei ähnlich zerdrückten, eng aneinandergeschweißten Metallrohren. Ein Schelm, der Anrüchiges dabei denkt! Aber gern würde man wissen, was diese Metallstücke vorher einmal waren. Ein weiterer Hingucker ist eine Installation auf einem massiven Holzblock aus unzähligen kleinen und großen Hirsch- und Elchgeweihen. Und daneben ist eine Installation aus Glasdosen, in denen Plastikorgane verschlossen sind und auf deren Deckel Herkunft und Preis vermerkt wurden.

Eberhardt Killguss scheint ein Bildhauer zu sein, der die Betrachter seiner Kunstwerke gern herausfordert. Von ihm stammt übrigens auch die hohe Eisen-Skulptur vor dem Atriumgebäude in der Franz-Josef-Röder-Straße in Saarbrücken. Dagegen sind die Gemälde des Künstlers in der Ausstellung verständlicher – aber sind es überhaupt Gemälde? Denn hier hat Eberhardt Killguss anscheinend im Kleinen mit Farben gespielt, gemalt, abgezogen und gedruckt, um die Ergebnisse sehr großformatig auszudrucken und zu präsentieren. Die typischen Farbschlieren und Farbverästelungen, wie man sie von einem Farbabzug kennt, sind das vorherrschende Motiv in den gegenstandslosen Bildern, die dann aber doch irgendwie wieder zu Motiven werden.

Farblich viel in Rot-, Blau- und Lilatönen, aber auch in Grau-Brauntönen, ergeben diese überdimensionalen Farbabzüge ebenso stark vereinfachte Formen, die in ihrer Dopplung auch wieder verfremdete Paare ergeben. Besonders bemerkenswert ist dies, wenn Eberhardt Killguss die Formen in grau-braunen Farben nach oben hin spitz zulaufen lässt, sodass man meint, Mönche in Kutten zu erkennen.

Die Ausstellung von Eberhardt Killguss ist Teil einer Ausstellungsreihe im Foyer des Ministeriums, die neugierig macht, auf das, was da noch kommen mag.

Die Ausstellung „Zugefallen, gefunden und gestaltet – Fragmente und Entwürfe in der Welt von Eberhardt Killguss“ ist bis 13. März im Foyer des Ministeriums für Finanzen und Europa, Am Stadtgraben 6-8 in Saarbrücken ausgestellt (8 bis 18 Uhr).