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Ausstellung dokumentiert Deportationen ins KZ nach Gurs

Ein schrecklicher Tag im Jahr 1940 : Als unsere jüdischen Mitbürger ins KZ kamen

134 jüdische Menschen aus dem Saarland wurden am 22. Oktober 1940 mit vielen Leidensgenossen aus anderen Teilen Deutschlands in das Konzentrationslager Gurs deportiert. An ihr Schicksal erinnert jetzt eine Ausstellung.

(red) Sie waren Nachbarn, Mitbürgerinnen, Kollegen, Schulkameraden. Aber in der Nazi-Zeit zählte nur, dass sie Juden waren. Am 22. Oktober 1940 wurden 6500 Jüdinnen und Juden aus Baden, der Pfalz und aus dem Saarland in das französische Internierungslager Gurs am Rande der Pyrenäen deportiert. Aus dem Saarland wurden an diesem Tag 134 Menschen verschleppt. Viele haben nicht überlebt.

Die Ausstellung „Gurs 1940“ dokumentiert dieses Ereignis und seine Hintergründe. Dabei ist sie sowohl als Vor-Ort-Ausstellung als auch als Online-Angebot konzipiert. „Gurs 1940“ eröffnet am Donnerstag, 8. April, am Tag des israelischen Nationalfeiertages und Gedenktages für die Opfer der Shoa, „Jom haScho’a“. In Saarbrücken wird die Ausstellung im Alten Rathaus am Schlossplatz zu sehen sein. Oder jederzeit im Internet (www.gurs1940.de).

Erstellt wurde die Ausstellung von der Berliner Bildungs- und Gedenkstätte „Haus der Wannsee-Konferenz“ im Auftrag der Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland sowie der „Arbeitsgemeinschaft badischer Städte und des Bezirksverbands Pfalz zur Unterhaltung und Pflege des Deportiertenfriedhofs in Gurs“. Das Ausstellungsprojekt wird vom Auswärtigen Amt unterstützt und steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

„Die Schicksale der in Gurs internierten Menschen berichten von Emigration und Deportation, vom Leben und Überleben, aber auch vom Tod. Die Geschichte des Lagers Gurs ist ein elementarer Bestandteil der Geschichte des NS-Regimes in unserem Bundesland“, erklärt die saarländische Ministerin für Bildung und Kultur, Christine Streichert-Clivot. „Die Ausstellung der Bildungs- und Gedenkstätte ,Haus der Wannsee-Konferenz’ ergänzt mit ihrem überregionalen Blickwinkel auf wertvolle Weise die vorhandenen Forschungsergebnisse und Vermittlungsangebote im Saarland, wie sie auf der Internetplattform der Landeszentrale für politische Bildung, www.gurs.saarland, zusammengetragen werden“, unterstreicht die Ministerin die gesellschaftspolitische und erinnerungspädagogische Bedeutung der Ausstellung „Gurs 1940“.

Die Landeszentrale für politische Bildung hat im Auftrag der Kultusministerin von der Ausstellung sechs Ausführungen im Format DIN A1 anfertigen lassen. Diese werden jeweils den fünf saarländischen Landkreisen und dem Regionalverband Saarbrücken für den dauerhaften flexiblen Gebrauch kostenlos überlassen.

Die digitale Eröffnung der Ausstellung „Gurs 1940“ im Regionalverband ist am 8. April. Vorgesehen sind dann Videobotschaften der Ministerin Christine Streichert-Clivot, des Direktors des Regionalverbandes Saarbrücken, Peter Gillo, und der Direktorin der Volkshochschule des Regionalverbandes Saarbrücken, Carolin Lehberger. Außerdem wird es eine Videoeinführung in die Ausstellung geben. Diese kommt vom Kurator der Ausstellung, Christoph Kreutzmüller.

Anschließend ist die Ausstellung im Alten Rathaus am Saarbrücker Schlossplatz bis zum 7. Mai montags bis freitags von 7 bis 21 Uhr zu sehen. Ein umfangreiches Rahmenprogramm begleitet sie.
www.vhs-saarbruecken.de