Ausstellung Erbgut von Ludwig Schmidtpeter : Erbgut: sehenswerte Arbeiten von Ludwig Schmidtpeter

Das Kulturcafé des Kulturvereins in Burbach erinnert derzeit an eine verlassene Gärtnerei oder ein altes und altmodisches Blumengeschäft. Es ist auf den ersten Blick etwas sonderbar und morbide, was Ludwig Schmidtpeter in seiner Ausstellung „Erbgut“ aufgebaut hat.

Auf kleinen Regalen liegen mehrere alte, vertrocknete Blumensträuße, teilweise noch in Folien verpackt, daneben ein Sammelsurium von Tütchen mit Blumensamen. Aus einem kleinen, altmodischen Vitrinenschrank quillt vertrocknetes Laub.

Gegenüber sind drei Vasen mit quietschbunten, unechten Plastikblumen aufgestellt, dazu hängen Fotos an den Wänden, die Gärten mit Blumen, aber auch verzerrte Ansichten zeigen. Auf einem Tisch liegen Münzen, Vertrocknetes und allerlei Tand.

Wie passt das alles zusammen? Ludwig Schmidtpeter, der aus Lemgo stammt und 2001 sein Diplom an der Hochschule der Bildenden Künste Saar gemacht hat, beschäftigt sich in der Ausstellung mit einem Thema, das in der unserer Gesellschaft eigentlich tabuisiert wird. Nämlich mit der Frage, was mache ich mit dem Erbe eines geliebten Menschen? Behalten, bewahren, vergammeln lassen oder verdrängen? Archivieren, verschenken, verkaufen oder wegwerfen?

Ein Teil der ausgestellten Objekte stammt aus dem Nachlass seiner verstorbenen Mutter. Diese Objekte, wie kleine Zinnbecher oder wertlose Geldscheine, haben keinen materiellen Wert. Die Installationen des Saarbrücker Künstlers verleihen ihnen aber noch einmal einen besonderen Reiz. Am auffälligsten sind dabei die unzähligen vertrockneten Blumen, die in ihrer Tristesse das Vergängliche und den Tod symbolisieren.

Aber auch die Fotografien. Denn hier hat Ludwig Schmidtpeter Objekte in der Wohnung seiner Mutter hinter Glasscheiben fotografiert. Daher sind die Ansichten von unechten Blumensträußen oder von einem Bücherregal samt Figürchen verzerrt. Denn der Künstler bildet auch die Spiegelungen im Glas oder den verschwommenen Anblick durch Milchscheiben ab.

Diese Fotos sind distanziert und sehr persönlich zugleich. Die Farben leuchten, aber das, was sie zeigen, ist banal, veraltet und doch berührend. Die Fotografien regen zum Nachdenken an, darüber, wie man mit einem Nachlass umgehen sollte. Ludwig Schmidtpeter hat in der Auseinandersetzung mit dieser Frage intime, anrührende Installationen gestaltet, die das Zurückgelassene aufwerten und zumindest eine Zeit lang noch bewahren.

„Erbgut“ – eine Ausstellung mit Installationen, Fotos und Objekten von Ludwig Schmidtpeter im Kulturverein Burbach, Burbacher Straße 20, 66 115 Saarbrücken. Geöffnet bis 25. November montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr. 

www.kulturverein-burbach.de