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Auf diesem Sand fühlen sich Schafe wohl

Sand und Kies : Auf diesem Sand fühlen sich Schafe wohl

 Was haben Kies, Gottesanbeterin, Wechselkröte, Wendehals, ausbalancierte Flugzeuge, galoppierende Pferde,  gepflegte Vorgärten, Hochhäuser, Tiefbaukanäle, Heidschnucken und Kamerunschafe, gemeinsam?

Antworten finden sich im Sand- und Kieswerk Schmeer auf dem Püttlinger Dickenberg.

Das Unternehmen hat, nicht zum ersten Mal in seiner mehr als hundertjährigen Geschichte, in der Kategorie „Umweltschutz – beste umweltgerechte Praxis“ den Nachhaltigkeitspreis 2019 der deutschen Gesteinsindustrie des „Bundesverbandes für mineralische Rohstoffe in Berlin“ erhalten. Geschäftsführerin Anja Schmeer, „vierte Generation“ im Familienunternehmen, bringt die Sache auf den Punkt: „Die Gottesanbeterin fühlt sich bei uns pudelwohl.“ Nicht nur „Mantis religiosa“, so die lateinische Bezeichnung der Wärme liebenden Europäischen Gottesanbeterin, Insekt des Jahres 2017, scheint es auf dem  Gelände zwischen Abbau- und Brachflächen gut zu gefallen. Dort hat die Jury sich vom Überleben weiterer gefährdeter Arten überzeugt wie des Geißklee-Bläulings, einer stark bedrohten  Schmetterlingsart, der Wechselkröte, des Steinschmätzervogels, der Ameisenjungfern, der Wildbienen  oder der Bocksriemenzunge,  einer selten gewordenen Pflanzenart.

Warum diese Aktivitäten? „Weil wir im Unternehmen vom Wert der Nachhaltigkeit, des Biotopschutzes und des Artenschutzes überzeugt sind“, sagt Schmeer.

Mittlerweile, sagt die Geschäftsführerin, gibt es auf dem Gelände, teils in Zusammenarbeit mit dem Nabu, drei Biotopschutz- sowie elf Artenschutzprojekte, weitere seien in Planung. Wer mit Grünschnitt zum ersten Mal zum Gelände des Unternehmens mit der angeschlossenen Recyclinganlage und dem Kompostierbetrieb fährt, erblickt gleich  hinter der großen Fahrzeugwaage eine Herde mit Heidschnucken und Kamerunschafen.

„Schafe sind unsere natürlichen Rasenmäher“,  sagt Schmeer. Direkt daneben sind auf einer großen Schautafel die Produkte ausgestellt, die das Unternehmen anbietet: Kies in etlichen Körnungen, Pflaster- und Kalksplitt, Pferde-, Turf-, Spiel-, Kabel- und Bausand, Natur- und Recyclingschotter, Mulch und Kompost der Marke „Püttlinger Pflanzboden“.

Die meisten Produkte finden Verwendung im öffentlichen wie privaten Baugewerbe, im Straßenbau, auf Reiterhöfen, in der Gartenpflege, auf Spielplätzen, ja sogar in Flugzeugen, die nur dann „ausbalanciert“ fliegen, wenn sie genügend Kies geladen haben.

„Sand wird knapp“, haben die Redaktionen der großen Zeitungen erst dieser Tage getitelt. Schmeer sagt dazu:   „Solange es regionale Rohstofflager wie hier im Saarland gibt, bleibt das Bauen erschwinglich. Das würde sich extrem ändern, wenn wir die Rohstoffe aus anderen Ländern importieren müssten. Das würde auch den CO2-Fußabdruck deutlich vergrößern.“

Nicht zuletzt weist die Geschäftsführerin darauf hin, dass ihr Unternehmen 20 Menschen einen festen Arbeitsplatz anbietet. Und: „Wir sind zertifiziert worden als familienfreundliches Unternehmen für unsere Bemühungen, die Pflege von Angehörigen und den Beruf unter einen Hut zu bringen.“