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Auch wenn tsundoku: Bücher mit Kollegen-Namen sind nichts für den Urlaub

Kolumne : Tsundoku in die Ferien

Wenn man im Urlaub sonst nichts machen kann, gibt es immer noch Bücher. Aber bitte vorher Probe lesen, bevor das böse Erwachen folgt.

Der November gähnt sich durch den Kalender, ein Monat, in dem ich gern noch mal Urlaub mache und Freunde besuche, die weiter weg wohnen. Jetzt sind die Tage gesetzt, aber man kann nur schlecht weg. Ist klar, warum. Also, was tun? Ein Buch lesen, und dafür brauche ich nicht einmal aus dem Haus. Ungelesene Bücher liegen bei mir haufenweise herum. Wahrscheinlich habe ich davon sogar mehr als alles andere. Im Japanischen gibt es einen Begriff dafür: tsundoku – wenn man Bücher kauft mit der Absicht, sie nicht lesen zu wollen. Es gibt noch andere Übersetzungen, ob sie nun falsch oder richtig sind, zum Beispiel, dass sich die Bücher bei einem zu Hause ungelesen stapeln und man trotzdem immer wieder welche kauft. Dann wäre es mehr eine Sucht. Irgendwo passe ich da schon rein, also in die Bedeutungen, nicht in den Haufen. Und in dem warten echt gute Sachen.

Wenn es darum geht, ein neues Buch zu lesen, führt ein Freund von mir gern mal einen Tanz vor seinem Regal auf. Er geht in die Knie, springt wieder auf, greift sich ein Buch nach dem anderen und liest Probe darin. Das mache ich jetzt auch. Welches soll es sein? Ich schnappe mir eines, schlage es auf und lese, dass die Hauptfigur denselben Namen wie ein Kollege von mir trägt. Und zack, zugeklappt. So kann ich meinen Urlaub nun wirklich nicht verbringen.