Arzt-Skandal weitet sich aus: Zwei weitere Anzeigen gegen Pathologen

Arzt-Skandal weitet sich aus : Zwei weitere Anzeigen gegen Pathologen

Jetzt hat auch die Ärztekammer dem Staatsanwalt einen weiteren Verdachtsfall gemeldet.

Der Skandal um einen im Saarpfalz-Kreis niedergelassenen Pathologen weitet sich aus. Nachdem eine Chefärztin des Klinikums Saarbrücken dem Mediziner zahlreiche Fehldiagnosen nach Untersuchungen von Gewebeproben vorgeworfen hat, sind bei der Staatsanwaltschaft jetzt zwei weitere Verdachtsfälle gemeldet worden. Dies teilte Pressestaatsanwalt Dennis Zahedi auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung mit. Demnach stammt eine Strafanzeige von einer Privatperson. Eine weitere wurde durch die Ärztekammer des Saarlandes erstattet. Die Staatsanwaltschaft hat die entsprechenden Fallakten bereits an das ermittelnde Dezernat beim Landespolizeipräsidium weitergeleitet.

Die Chefärztin für Pathologie am Winterberg-Klinikum hat – wie bereits ausführlich berichtet – dem niedergelassenen Mediziner in den zurückliegenden drei Jahren mutmaßlich falsche Befunde in 26 Fällen vorgeworfen und über einen Rechtsanwalt die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Angeblich soll es durch die Fehlbefunde, vorwiegend bei  falschen Krebsdiagnosen, in über 20 Fällen zu Operationen von Patienten gekommen sein. Bei der Untersuchung der dabei entnommenen Gewebeproben, so heißt es, habe sich dann herausgestellt, dass die Eingriffe nicht notwendig gewesen sein sollen.  

Die dem Gesundheitsministerium angegliederte Approbationsbehörde hat gegen den Arzt unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe ein vorläufiges Berufsverbot verhängt.

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